Zuerst die gute Nachricht: Aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung kann CBD bei Sinusitis äußerst wirksam sein. Wichtig ist dabei vor allem, die richtige Dosierung zu finden, denn Cannabidiol wirkt auf besondere Weise. Zuallererst jedoch gehört ein an Sinusitis erkrankter Patient in die Hände eines kundigen Arztes, der eine sichere Diagnose stellen kann. Zuweilen verschreibt er Antibiotika gegen die Entzündung (leider geschieht dies allzu häufig). Zudem rät er vermutlich zur Anwendung steroidaler Nasensprays mit abschwellender Wirkung und anderer Behandlungen. Ein schwerwiegender Krankheitsverlauf kann sogar einen operativen Eingriff erfordern, bei dem ein Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO) die Nebenhöhlen reinigt.

 

Bei einer geplanten Antibiotika-Therapie dürfen drei Aspekte nicht vergessen werden:

  1. Dieses Medikament kann nicht zwischen „guten“ und „bösen“ Krankheitserregern unterscheiden und zerstört daher auch die so wichtige gesunde Darmflora sowie andere „gute“ Bakterien und belastet somit den gesamten Organismus.
  2. Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Bei einer viral bedingten sind sie völlig wirkungslos. Manche Ärzte verschreiben sie trotzdem (aus welchem Grund auch immer).
  3. Viele Krankheitserreger sind resistent gegen Antibiotika, weshalb zuweilen mehrere getestet werden müssen, bis das richtige Mittel gefunden ist (sehr belastend für den Organismus).

Die Schulmedizin ist in der Regel hier mit ihrem Latein schon am Ende. Daher die Frage: Ist CBD eine ernsthafte Alternative zu herkömmlichen Antibiotika?

Sinusitis – so entsteht sie

Solange Krankheitserreger die Schleimhäute nicht erreichen, besteht keine Gefahr für die Nebenhöhlen. Daher ist gerade in Erkältungszeiten das häufige gründliche Händewaschen unerlässlich. Aber manchmal passiert es eben doch: Nebenhöhlenentzündung (der Fachbegriff lautet Sinusitis).

Sinusitis Behandlung mit CBD-Öl

Sekret und Eiter lagern sich in den verschiedenen Höhlen ab und können bei einigen Personen schwer abfließen. Bild: © rob3000/ 123RF.com

 

Jährlich trifft es Millionen von Menschen. Dabei entzündet sich das Nebenhöhlengewebe und verursacht mitunter schlimme Schmerzen. Eine Sinusitis macht vor keiner Jahreszeit halt, und stört sich auch nicht an den heißen Temperaturen des Sommers. Ob akut oder chronisch hängt von der Häufigkeit ab, in der sie auftritt.

Die Symptome einer akuten oder chronischen Nebenhöhlenentzündung ähneln sich:

  • vermehrte Schleimbildung
  • gestörte Nasenatmung
  • Kopf-/Gesichtsschmerzen im Bereich der Wangen und oder Stirn
  • gestörter Geruchssinn
  • Abgeschlagenheit/Müdigkeit

Von chronischer Sinusitisist die Rede, wenn die typischen Beschwerden in vergleichsweise stärkerem Ausmaß mehr als viermal jährlich auftreten bzw. länger als drei Monate anhalten.

Eine nicht ausgeheilte akute Erkrankung kann sich zu einer chronischen entwickeln. Daher ist eine umfangreiche Therapie unerlässlich.

Mögliche Ursachen einer chronischen Nebenhöhlenentzündung

Eine chronische Nebenhöhlenentzündung kann die Folge einer nicht ausgeheilten akuten Erkrankung sein. Mitunter gibt es aber auch andere Ursachen, wie etwa Allergien, Nasenpolypen oder gar eine verkrümmte Nasenscheidewand. Auch schwerwiegende Erkrankungen können sie auslösen, weshalb bei ihrem Auftreten stets der HNO-Arzt der richtige Partner ist.

Die chronische Sinusitis zieht besonders häufig die Kieferhöhle und die Siebbeinzellen (seitlich neben den Augen) in Mitleidenschaft. Dafür sind die Stirn- und Keilbeinhöhle (hinter den Siebbeinzellen) eher selten betroffen.[1]

Symptomatik einer Sinusitis

Ob akut oder chronisch, die Symptome einer Nebenhöhlenentzündung sind in der Regel dieselben:

  • Fieber
  • verstopfte Nase
  • Abfluss von Sekret (laufende Nase)
  • Gesichtsschwellung
  • Geruchsverlust
  • Druckgefühl/Schmerzen im Gesicht
  • Sinuskopfschmerzen

 

CBD bei Nebenhöhlenentzündung

Entzündungshemmendi st das passende Stichwort für Cannabidiol (CBD). Aber dieses Cannabinoid besitzt noch weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften – gerade im Hinblick auf eine Sinusitis: Es wirkt zusätzlich schmerzlindernd und antibakteriell bzw. antiviral. In einigen Studien konnte eine antibiotische Wirkung nachgewiesen werden[2], was sich besonders im Hinblick auf eine mögliche Antibiotikaresistenz als vorteilhaft erweist. Im Gegensatz zu pharmazeutischen Antibiotikagaben greift der Hanfwirkstoff nur die „bösen“ Bakterien an.

 

CBD Wirkungsweise

Der menschliche Organismus ist mit dem sogenannten Endocannabinoidsystem ausgestattet, welches über die Gesundheit wacht. Es besteht aus Endocannabinoiden (Ja, ganz richtig: wir produzieren selbst Cannabinoide!) und passenden Rezeptoren an nahezu jeder Körperzelle (Gehirn, Organe, Bindegewebe, Drüsen und Immunsystem). Das Ziel ist stets die Aufrechterhaltung des gesundheitlichen Gleichgewichtes (Homöostase).

Cannabinoide sind sogenannte Neurotransmitter, die die Botschaften des Gehirns an die zuständigen Stellen im Organismus vermitteln, die wiederum die angeregten Heilstoffe freisetzen können.

In Bezug auf eine Nebenhöhlenentzündung bedeutet dies, dass die Freisetzung von Enzymaktivatoren sowie entzündungsfördernder Substanzen gemindert bzw. verhindert werden. Wie die Wirkung im Detail aussieht, wird gleich noch zu lesen sein.

Bei vielen Erkrankungen und Symptomen kann von einem mangelhaft funktionierenden Endocannabinoidsystem ausgegangen werden – so vermutet die Forschung.

Phytocannabinoide sind in der Lage, einen Endocannabinoidmangel auszugleichen; sie docken an dieselben Rezeptoren an, wie ihre körpereignen Artgenossen. Für die Wiederherstellung des gesundheitlichen Gleichgewichtes bedeutet dies, dass das Endocannabinoidsystem nun wieder „aus allen Kanonen schießen kann“ und damit wieder voll einsatzfähig ist.

Übrigens: Krankheit, Stress, mangelnde Bewegung, falsche Ernährung und eine allgemein ungesunde Lebensweise können das Endocannabinoidsystem schwächen, was einem Angriff auf die Gesundheit gleichkommt.

 

⁉️ Nebenwirkungen sind bei der CBD-Anwendung nicht zu erwarten, sofern die Dosierung stimmt.

⁉️ Wechselwirkungen hingegen sind nicht von der Hand zu weisen. Wer auf Analgetika, Antidepressiva, Antidiabetika, Antiemetika, Antiepileptika, Beta-Rezeptorenblocker, Diuretika, Gerinnungshemmer, Neuroleptika oder Säurehemmer angewiesen ist, sollte vor dem Cannabidiol-Konsum den Arzt konsultieren.

Einerseits kann das Cannabinoid die Wirkung einiger Medikamente verstärken oder abschwächen, andererseits aber haben einige Medikamente bei gleichzeitiger Anwendung Einfluss auf die CBD-Konzentration, d. h. sie verlangsamen den Abbau des Cannabinoids und wirken damit verstärkend. Dazu zählen manche Antibiotika, Antimykotika sowie Virustatika. Eine beschleunigende Abbauwirkung auf CBD ist von einigen Antibiotika, Antiepileptika sowie Beruhigungsmitteln zu erwarten, was bedeutet, dass dessen Konzentration im Blut schneller sinkt. In diesen Fällen ist ein Mediziner stets der richtige Ansprechpartner; er weiß, wie hier vorzugehen ist.

 

CBD-Wirkung gegen verstopfte Nebenhöhlen

Sind die Nebenhöhlen vom Schleim verstopft, wird das Atmen schwer; ebenso bei Halsschmerzen und laufender Nase. CBD wirkt nicht schleimlösend, doch zusammen mit den sogenannten Terpenen[1]kann sich die Wirkung um ein Vielfaches verstärken. Da ist beispielsweise das Terpen A-Pinene zu nennen, das …

  • Entzündungen entgegenwirkt
  • bakterielle Infektionen bekämpft
  • bei Bronchialproblemen entlastet

CBD-Wirkung bei Kopfschmerzen

Klassische Schmerzmittel schalten in der Regel den Schmerz für eine Weile aus. Sobald im Organismus der Wirkstoff aufgebraucht ist, ist er möglicherweise auch schon wieder da. Ihr Vorteil: Sie nützen auch bei kurzfristigen akuten Schmerzen, doch die Ursachen werden nicht behoben. Bei kurzfristigen akuten Schmerzen „schwächelt“ CBD, doch die analgetische (schmerzstillende) Wirkung bei anhaltenden oder gar chronischen Kopfschmerzen (Migräne, Cluster-Kopfschmerzen) ist längst kein Geheimnis mehr.

CBD-Wirkung bei Entzündungen

Entzündungen entstehen, wenn das Immunsystem aufgrund von Keimen oder Fremdkörpern Botenstoffe (Serotonin, Histamin, Prostaglandin usw.) ausschüttet, um eine betroffene Stelle stärker zu durchbluten. Gleichzeitig werden umgebende Blutgefäße durchlässiger, um Immunzellen und Blutplasma die Passage zu erleichtern. Auf diese Weise erreichen sie den „Feind“ leichter. Entzündungen sollte daher nicht einfach unterdrückt werden. Vielmehr ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen.

CB2-Rezeptoren befinden sich auch in und an Immunzellen. Die Interaktion von Phytocannabinoiden mit dem Endocannabinoidsystem verstärkt die Wirkung der körpereigenen Cannabinoide, indem sie die Immunreaktion kontrollieren helfen und die Entzündung am Ausufern hindern. Auch hier wirken Terpene unterstützend, wie z. B. Alpha-Bisabolol, Beta-Carophyllen, Beta-Myrcen, Delta-3-Caren, Humulen, Limonen, Linalool und Valencen.

Wissenswert: Der sogenannte Entourage-Effekt, der bei der Mitgestaltung durch Terpene erwartet werden darf, beschreibt die Interaktion dieser Stoffe mit Cannabinoiden und deren gleichzeitiger Wirkungsverstärkung. CBD wirkt als Vollspektrum-CBD (alle Stoffe bleiben auch nach der Wirkstoffgewinnung erhalten) wesentlich stärker, als ein Isolat, welches aller weiteren Verbindungen entledigt wurde.

Vollspektrum-CBD enthält zudem eine ganze Reihe wichtiger Vitamine, Mineralstoffe/Spurenelemente, essenzielle Fettsäuren (wichtig im Hinblick auf das Entzündungsgeschehen!) sowie Carotinoide und Chlorophyll (beide immunstärkend).

Geeignete Einnahmeformen und Dosierung

Bestens geeignet ist CBD-Öl, welches es in verschiedenen Konzentrationen zu kaufen gibt. Wem der Geschmack nicht zusagt, kann auf CBD-Kapseln ausweichen. Deren Wirkung lässt etwas länger auf sich warten, da der Wirkstoff erst im Darm über die Schleimhaut absorbiert wird, während dies bei der Anwendung von Tropfen (unter die Zunge geben und eine Weile dort belassen) schon im Mund der Fall ist. Das Inhalieren von e-Liquid empfiehlt sich hier nicht. Die Wirkung tritt zwar recht schnell ein, lässt aber auch rasch wieder nach.

CBD richtig dosieren

Tatsächlich stellt die Dosierung selbst die Fachwelt vor Herausforderungen. Einige Fachbücher geben dennoch Hinweise. Demnach sind 0,02 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht täglich ausreichend (für den Anfang). Die Dosis kann auch auf zwei oder drei Gaben aufgeteilt werden.

Beispiel: Ein 80 kg schwerer Mann würde demnach 1,6 mg täglich benötigen – entweder als einmalige Gabe oder 2 x 0,8 mg bzw. 3 x 0,5333 (auf-/abrunden erlaubt). Eine 60 kg schwere Frau liegt bei 1,2 mg täglich.

Eine Dosis sollte bis zu drei Tagen getestet werden, bevor sie um 20 % angehoben werden darf. Diese neue Dosierung ist ebenfalls für die gleiche Zeit in der Probephase, bevor eine neue Steigerung angestrebt werden sollte. Bei einer massiven Erkrankung kann der Einstieg auch mit etwas höheren Werten erfolgen.

Eine Überdosierung ist unbedingt zu vermeiden, da sonst die eigentlich zu eliminierenden Symptome noch verstärkt werden könnten. Bringt eine weitere Erhöhung keine weitere Verbesserung oder gar eine Verschlechterung, sollte die vorherige Dosis erneut ausprobiert werden. Möglicherweise ist das Dosierziel hier erreicht.

Das englische Buch „A Patient’s Guide to Medical Cannabis“ spricht bei vorliegenden Entzündungen von einer täglichen Menge zwischen 10 mg und 100 mg. Hier sollte allerdings ein kundiger Mediziner oder Heilpraktiker mit ins Boot geholt werden. Stets ist aber auch die Selbstverantwortung des Patienten gefragt. Bitte nicht vergessen: CBD hat keine betäubende oder abtötende Wirkung auf Schmerzen bzw. Krankheitserreger. Es verstärkt vorhandene Körpersysteme, die sich nicht verbessern, wenn sie überstimuliert werden!

Unsere eigenen Erfahrung in Bezug auf Sinusitis und CBD

Da ich seit Kindheit an chronischer Sinusitis leide und quasi nach jedem Schnupfen die Gefahr besteht, wieder an einer Nebenhöhlenentzündung zu erkranken, hat sich über die Jahre ein gutes Wissen in Bezug auf Sinusitis-Erfahrungen aufgebaut. Diese Tipps können sehr sinnvoll sein – bei einer akuten Sinusitis sollte aber auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, um weitere Behandlungsmethoden zu besprechen. Kurz vorweg: Bei meiner letzten sehr hartnäckigen Nebenhöhlenentzündung im Juni 2019 habe ich auch CBD-Tropfen verwendet, konnte aber dadurch leider keine Linderung feststellen! Dennoch ist es kein Fehler CBD Öl unterstützend einzunehmen.

 

Meine 10 Tipps zur Linderung einer Sinusitis:

Diese Tipps wende ich seit Jahren an und in der Regel helfen sie bei einer Sinusitis wirklich sehr gut. Dennoch solltet ihr immer einen Arzt aufsuchen, wenn die Beschwerden stärker werden. Hierbei handelt es sich um meine persönlichen Tipps und Erfahrungen ohne Gewähr!

  1. gönn dir Ruhe
  2. Nicht zu fest Naseputzen (klick um mehr zu erfahren)
  3. trinke viel (am besten Tee oder Wasser)
  4. Inhalieren mit verschiedenen Kräutern oder Ölen (Salbei, Kamillenblüten)
  5. verwende notfalls ein Nasenspray, damit die Nase gut durchlüftet ist (Sinusitis Forte von Emser – etwas unangenehm, hilft aber)
  6. Nasenspülungen mit Salzlösung (am besten nur die abgepackten Päckchen verwenden)
  7. Medikamente wie: Sinupret & Gelomyrtol können helfen
  8. CBD kann unterstützend wirken
  9. Rotlicht – sofern es dir gut tut
  10. Nasenspülungen mit Manuka Honig – hierzu gibt es einige Tipps im Internet (selbst schon probiert!!!)

 

Unser Fazit zu CBD gegen Sinusitis / Nebenhöhlenentzündung

CBD bei Sinusitis: eine wirklich gute Entscheidung! Selbstverständlich dürfen keine Wunder erwartet werden. Es braucht Geduld und Ruhe, damit die Erkrankung vollständig ausheilen kann. Eine einheitliche Dosierempfehlung kann nicht gegeben werden, da sie von Alter, Gesundheitszustand, Art und Grad der Erkrankung, der CBD-Verträglichkeit sowie vom Körpergewicht des einzelnen abhängt. Hier hilft nur die „Salami-Taktik“, also die Steigerung in kleinen Scheibchen (Schritten), was man in der Chemie als „Titration“ bezeichnet.

Ja, eine Nebenhöhlenentzündung ist schmerzhaft und langwierig. Doch die Immununterstützung ist in jedem Fall der bessere und nachhaltigere Weg, um sie zu besiegen. Ob jedoch CBD bei jedem hilft, steht in den Sternen. Es gibt sowohl positive Berichte als auch welche, in denen von völliger Wirkungslosigkeit die Rede ist. Wie dem auch sei: Wer’s wissen will, muss selber testen.

[1]Terpene sind Teil des Abwehrsystems einer Pflanze. Damit wehren sie Fressfeinde ab und locken nützliche Insekten (z. B. Bienen) an. Es artentypische sind Duft- und Geschmacksstoffe, die eine überaus positive Wirkung auf die Gesundheit haben.

[1]https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/nasennebenhoehlenentzuendung-chronische/wann-ist-eine-entzuendung-chronisch.html

[2]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2828614/

 

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