Die Hanfpflanze erfreut sich längst wieder etwas größer werdender Beliebtheit, nachdem sie jahrelang einen schlechten Ruf ertragen musste. Ihr Wirkstoff Cannabidiol gilt mittlerweile als natürliches Hilfsmittel, das gegen zahlreiche Beschwerden und sogar Entzündungen erfolgreich wirken und das Wohlbefinden im Alltag damit stark verbessern kann. In vielen Ländern führt die Beliebtheit des Hanfbestandteils sogar so weit, dass Schwangere mit dem Gedanken an die CBD Anwendung spielen. Warum? Weil gerade in der Schwangerschaft zahlreiche Beschwerden auftreten können, sowie unmittelbar nach der Geburt und während der Stillzeit. Doch ist die Anwendung von CBD in der Schwangerschaft und Stillzeit überhaupt sicher? Wir klären auf.

CBD in der Schwangerschaft

 

Wichtiges in Kürze
  • Studien belegen bisher nicht, dass CBD während Schwangerschaft & Stillzeit sicher angewandt werden kann
  • Die Menge an Studien ist nicht aussagekräftig genug, um die Anwendung von CBD empfehlen zu können
  • Cannabidiol wirkt sich hemmend und regulierend aus – und könnte gerade für das Ungeborene negative Effekte mit sich bringen
  • Die Entwicklung des Kindes in der Schwangerschaft und während erster Lebensjahre ist besonders wichtig für das spätere Leben – hier werden die Grundsteine für Gesundheit und Fähigkeiten gelegt

 

Cannabidiol bei Kinderwunsch – besser nicht!

Die Reise zu neuem Leben beginnt bei dem Kinderwunsch, der sich für viele Paare nicht sofort erfüllt. Um Nervosität, Angstzustände und auch das Stressempfinden zu minimieren, das in dieser Zeit auftreten kann, greifen einige Menschen zu Cannabidiol. Warum? Weil der Hanfwirkstoff beruhigend wirken und entspannen kann – was bekanntlich bei der Empfängnis behilflich sein kann. Doch sollten Frauen wirklich zu dem natürlichen Inhaltsstoff greifen, um in Sachen Kinderwunsch nachzuhelfen? Die Antwort lautet ganz klar: Nein. Von CBD Ölen und Co. Ist sogar Abstand zu nehmen, wenn man schwanger werden möchte. Denn: Wie eine Labor-Untersuchung und -Abhandlung aus Portugal 1) zeigt, kann der Hanfwirkstoff die Empfängnis verhindern und sogar langfristig zu Infertilität führen. Das nimmt man an, weil sich der Hanfwirkstoff auf den Eisprung auswirkt und die Bildung der Eizellen selbst beeinflusst. Wer CBD Öl anwendet oder andere Produkte mit Cannabidiol nutzt, sollte daher mindestens drei Monate pausieren, um die Chancen auf Erfüllung des Kinderwunschs steigern zu können. Bei Kinderwunsch ist generell die zurückhaltendere Einnahme des Hanfwirkstoffs zu empfehlen.

Was sagen Studien zu CBD in der Schwangerschaft und Stillzeit?

Eine Universitäts-übergreifende Studie 2) hat sich mit dem Nachweisen von Cannabiswirkstoffen in der Nabelschnur beschäftigt und Methoden entwickelt, aus Nabelschnurblut sowohl THC, als auch CBD nachweisen zu können. Der Grund dafür: Eine Umfrage hat bereits 2014 gezeigt, dass knapp fünf Prozent aller Schwangeren Cannabis konsumieren – und zwar ohne über die Auswirkungen auf das Ungeborene Bescheid zu wissen. Nun, da Cannabidiol als CBD Öl oder in anderer Darreichungsform ohne THC angeboten wird und aufgrund der vorteilhaften Wirkung so weit verbreitet ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass viel mehr Frauen auf zumindest einen Teil der Hanfwirkstoffe zurückgreifen. Weil sich CBD ganz klar über die Nabelschnur nachweisen lässt, steht fest, dass der Hanfwirkstoff auch das Ungeborene betrifft. Umso wichtiger ist es also, sich intensiver mit den Folgen für das Kind durch CBD Konsum auseinanderzusetzen.

CBD Studien

CBD Studien: Bild: © tinnakornlek/123RF.com

Doch genau an dieser Stelle wird die Anzahl an Studien und deren Aussagekräftigkeit so vermindert, dass sich keine konkreten Hinweise finden oder geben lassen. Sicher ist man sich nur: Cannabidiol kann insbesondere die neurologische Entwicklung des Ungeborenen oder Säuglings beeinträchtigen, da es eine hemmende Wirkung ausübt. Weil CBD auch in enger Verbindung mit dem Immunsystem und Magen-Darm-Trakt steht, könnte es auch hier unerwünschte Effekte geben. Sowohl in der Schwangerschaft, als auch während der Stillzeit könnte der Hanfwirkstoff trotz des natürlichen Ursprungs zum Nachteil für das Kind werden. Besonders wichtig: THC gilt laut so mancher wissenschaftlicher Abhandlung auf Studienbasis 3) als schädlich für die höheren kognitiven Fähigkeiten des Ungeborenen und psychologischem Wohlbefinden. THC sollte daher in jedem Fall vermieden werden – auch in CBD Ölen!

Selbst, wenn sich der Hanfwirkstoff Cannabidiol für so manche Schwangere vor der Empfängnis als hilfreich erwiesen hat und Beschwerden erfolgreich lindern konnte, sollte dieser während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht zum Einsatz kommen. Experten sind sich mittlerweile sicher, dass der Wirkstoff negative Konsequenzen für die Entwicklung des Kindes nach sich ziehen könnte – auch wenn dieser Effekt noch nicht ausreichend belegt worden ist. Gerade, weil es hierzu noch zu wenige Anhaltspunkte auf Basis klinischer Studien gibt, sollten schwangere und stillende Frauen Abstand nehmen und lieber auf bewährte Hilfsmittel natürlicher Art zurückgreifen, wenn sie Beschwerden verspüren.

Diese Nebenwirkungen könnten durch CBD in der Schwangerschaft und Stillzeit auftreten

CBD bei Schwangerschaft und StillenCannabidiol ist bekannt für seine zahlreichen Vorteile. So kann der Hanfwirkstoff Schmerzen lindern, aber auch Entzündungen hemmen und schneller abklingen lassen. Auch bei Stimmungstiefs oder Ängsten und Stress wurde der Hanfwirkstoff schon vielfach erfolgreich eingesetzt. Dennoch geht die Nutzung des Wirkstoffs hin und wieder mit Nebenwirkungen einher, die ebenfalls gegen eine Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit sprechen.

CBD kann beispielsweise für Benommenheit und verstärkte Müdigkeit sorgen. Das kann gerade für Schwangere mit erhöhten Ermüdungserscheinungen im Alltag zum Nachteil werden oder gar die Sicherheit einschränken. Darüber hinaus kann die Einnahme von CBD aber auch für ein trockenes Mundgefühl sorgen, sowie für Appetitlosigkeit oder Übelkeit. Gerade Letzteres ist für Schwangere, die ohnehin schon unter Übelkeit leiden könnten, ein gravierender Nachteil. Appetitlosigkeit ist weder in der Schwangerschaft und in der Stillzeit tragbar: Mutter und Kind benötigen alle gesunden Nährstoffe, die sie bekommen können. Alles in allem lässt sich zusammenfassen: Allein schon anhand der Nachteile sollten Schwangere und Stillende erkennen, dass CBD in dieser wichtigen Zeit nicht zu empfehlen ist.

 

Unser Fazit: CBD in der Schwangerschaft und Stillzeit vermeiden & auf andere Naturheilmittel zurückgreifen

Es wird deutlich: Die Anwendung von CBD ist weder in der Schwangerschaft, noch in der Stillzeit zu empfehlen. Warum? Weil sich nicht mit Sicherheit sagen lässt, dass die Vorteile der Einnahme die möglichen Nachteile überwiegen – und weil es keine gesicherte Beweislage dazu gibt, wie sich der Hanfwirkstoff auf das Ungeborene oder den Säugling auswirken könnten. Zwar hört man immer wieder von Schwangeren, die aufgrund ihrer Morgenübelkeit auf CBD Öl schwören – doch diesen Erfahrungsberichten sollte man sich mit dem Selbsttest keinesfalls anschließen. Besonders wichtig: Gerade CBD Öl mit THC ist zu umgehen, weil der psychoaktive Wirkstoff THC sich negativ auf das Nervensystem des Kindes auswirken kann – hierzu gibt es etwas mehr Hinweise seitens der Forscher und Mediziner.

FAQs: Häufig gestellte Fragen zu CBD bei Schwangerschaft und Stillzeit & unsere Antworten

Gerade weil es sich um ein durch die Forschung und Medizin noch wenig behandeltes Thema handelt, überrascht die Vielzahl an Fragen zu CBD für Schwangere und Stillende nicht. Wir haben uns die am meisten gestellten Fragen genauer angesehen und beantwortet, um etwas mehr Informationen mit auf den Weg zu geben und bei der Entscheidung zu unterstützen.

 

Ist CBD Kosmetik in der Schwangerschaft und Stillzeit sicher?

Viele Schwangere wollen zum Vorbeugen von Dehnungsstreifen CBD Cremes mit Vitamin E ausprobieren. Doch: CBD sollte auch in Form von Kosmetik nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit zum Einsatz kommen. Warum? Weil der Hanfwirkstoff über die Haut aufgenommen werden und in den Blutkreislauf gelangen kann. Selbst bei der eher geringen CBD-Konzentration der Cremes und Bodylotions kann also ein Teil des Wirkstoffs zum Ungeborenen Kind oder über die Muttermilch zum Säugling gelangen.

Kann CBD Öl Morgenübelkeit in der Schwangerschaft lindern?

Obwohl es viele Erfahrungsberichte zum Thema gibt, sollte CBD als Mittel gegen die morgendliche Übelkeit nicht ausprobiert werden. Denn: Der Hanfwirkstoff selbst kann für Übelkeit sorgen und die Beschwerden daher im schlimmsten Fall intensivieren. Auch ist es generell zu empfehlen, auf den Hanfwirkstoff in der Schwangerschaft und Stillzeit zu verzichten.

Ist CBD Massageöl für Schwangere geeignet?

Hier verhält es sich ähnlich, wie mit der CBD Kosmetik: Schwangere und Stillende sollten auf Massageprodukte mit dem Hanfwirkstoff verzichten. Warum? Weil das CBD Haut aufgenommen wird und trotz des entspannenden Effekts auf die Frau für das Kind negative Auswirkungen haben kann, die bis heute nicht genauer erläutert oder nachgewiesen werden können.

Dürfen Schwangere Hanftee trinken?

Hanftee wird in der Regel aus Hanfblüten gefertigt, die eine niedrige Konzentration an CBD und THC vorweisen. Auch wenn der Hanftee noch so aromatisch riecht und schmeckt: Schwangere und Stillende sollten lieber auf ihn verzichten, um ihren Nachwuchs den Effekten der Wirkstoffe nicht auszusetzen. Durch einen heißen Aufguss wird ein Teil der Wirkstoffe abgemildert, dennoch sollten Schwangere und Stillende immer auf Nummer sicher gehen.

Ich habe in der Schwangerschaft oder Stillzeit CBD Öl verwendet, was nun?

Im Internet kursieren viele Erfahrungsberichte und Artikel, die CBD Öle und weitere Produkte mit dem Hanfwirkstoff Cannabidiol fälschlicherweise für Schwangere oder stillende Mütter empfehlen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Frauen in dieser besonderen und auch beschwerlichen Zeit auf das natürliche Hilfsmittel zurückgreifen, ohne dies mit ihrem Arzt zu besprechen. Wer in der Schwangerschaft und Stillzeit CBD eingenommen hat, muss nicht sofort in Panik geraten. Es ist wichtig, die Einnahme sofort zu beenden und beim nächsten Arztbesuch, beziehungsweise Termin mit dem Gynäkologen zu besprechen.  Dieser muss gegebenenfalls etwas genauer auf die zeitgerechte Entwicklung des Kindes achten und kann Alternativen zum CBD aufzählen, mit denen sich eigene Beschwerden ebenso gut lindern lassen. Die Rücksprache mit dem Arzt ist besonders wichtig.

Quellenangaben   [ + ]

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