Wer CBD kaufen möchte, steht häufig vor einem Problem. Schließlich geht es hier um Cannabis, denn so heißt Hanf auf Latein. Doch wenn dieses Wort fällt, denken viele Menschen an Joints, an Kiffen und an Rauschgift. Das beunruhigt und lässt am eigenen Handeln zweifeln: Wie kann man sicher sein, dass nicht doch ein bisschen THC im CBD enthalten ist? Macht man sich also strafbar, wenn man ein CBD-Öl kauft? Noch schlimmer: Riskiert man einen Rausch? An dieser Stelle möchten wir deshalb einen grundlegenden Überblick zu beiden Hanfwirkstoffen geben. Wir erklären: Wie wirkt THC und wie wirkt CBD? Welche Anteile sind legal, und was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden?

Unterschied THC CBD

Wie macht sich der Unterschied zwischen THC und CBD bemerkbar? Bild: © feelgoodsalon / 123RF.com

 

Was ist THC und CBD?

Cannabis diente schon in vielen Kulturen der Rauscherzeugung, vermutlich seit mehreren tausend Jahren. Grund dafür ist THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol). Dabei handelt es sich um den psychoaktiven Hauptbestandteil der Pflanze. Zugleich ist es der, der als erster entdeckt wurde und am besten erforscht ist. Erst nach und nach fand man viele weitere Hanfwirkstoffe, darunter auch CBD (Cannabidiol).

THC und CBD gelten mittlerweile als die beiden Haupt-Protagonisten im Hanf. Ein klassisches Gegensatzpaar, welches sich bei vielem ergänzt und beeinflusst: Meistens hemmt die Anwesenheit des einen Stoffes die Wirkung des anderen. Das zeigt sich schon in den einzelnen Hanfsorten, die entweder viel oder wenig des jeweiligen Stoffes besitzen. Wo also viel THC drin steckt, wird weniger CBD zu finden sein und umgekehrt.

Cannabis Blüten

Abbildung einer Hanfblüte – Diese kann THC, sowie CBD enthalten – je nach Hanfart

Lange Zeit war man sogar der Meinung, die beiden Haupthanfsorten nach dem THC-Gehalt unterscheiden zu können. So galt Cannabis Sativa, das ist Nutzhanf, als THC-arm. Cannabis Indica hingegen sollte besonders viel THC aufweisen. Versuche mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen zeigten jedoch, dass der Inhalt auch davon abhängt, wie sich die Pflanze entwickelt. Bekommt sie viel Wärme und Sonne, ist ihr THC-Gehalt weit höher als bei ungünstigen Umweltbedingungen.

Zudem verteilen sich die Hanfwirkstoffe auf bestimmte Teile der Pflanze. Die sogenannten Trichome sind feine Härchen, welche vor allem die Blüten des Hanfs bedecken. Deshalb sind die wichtigen Hanfwirkstoffe vor allem hier enthalten. Eine Besonderheit des Hanfs ist es zudem, weibliche und männliche Pflanzen auszubilden. Weil nur die weiblichen Pflanzen blühen, sind sie Hauptlieferanten von Tetrahydrocannabinol, aber auch von CBD – je nach Züchtung.

Der grundsätzliche Unterschied zwischen beiden Hanfwirkstoffen besteht aber darin, wie psychoaktiv sie sind. Während CBD keine oder nur sehr geringe psychoaktive Wirkung erzeugt, kann THC einen ordentlichen Rausch hervorrufen (1).

CBD vs. THC: Psychoaktiv oder nicht?

Psychoaktiv sind Stoffe, welche das menschliche Bewusstsein verändern. Das macht sich besonders in der Wahrnehmung bemerkbar, aber auch in Wahnvorstellungen, veränderter Zeitwahrnehmung und Kontrollverlust. THC ist einer der bekanntesten psychoaktiven Stoffe. Enthalten in jedem Joint, ist er für das schlechte Image von Cannabis mit verantwortlich. Ein anderer Name für stark THC-haltige Substanzen sind Gras und Marihuana oder Haschisch. Sie alle sind illegal.

Dabei ist THC weit mehr als nur ein Rauschmittel. Das zeigt sich daran, dass Cannabis mit hohem THC-Anteil seit 2017 in Deutschland von Ärzten verschrieben werden darf. Dann hilft THC, wo andere Medikamente versagen, etwa bei Krebspatienten zur Schmerzlinderung.


THC – mehr als ein Rauschmittel

 

Hanf mit einem hohen Bestandteil an THC ist also nicht nur Droge, sondern auch Naturheilmittel. Selbst hier in Europa war sogenanntes Cannabisöl im neunzehnten Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil ärztlicher Kunst. Bereits damals erwarb sich THC in Form von Cannabis einen Ruf zur Linderung der folgenden Beschwerden (Auswahl):

  • chronischer Schmerz
  • Migräne
  • Appetitlosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Menstruationsbeschwerden
  • Depressionen (2)

Mit der Verbotspraxis und dem Aufkommen anderer künstlich hergestellter Medikamente verschwand Cannabis aus dem Gedächtnis der Menschen. Erst seit kurzer Zeit wird es wieder verstärkt als Medizin genutzt. Die Wirkungen sind dabei ähnlich den oben Genannten, die auf grundlegende Eigenschaften des THC zurückgeführt werden können:

Eigenschaften von THC

  • schmerzlindernd
  • appetitanregend
  • entspannend
  • psychoaktiv
  • verbesserter Schlaf

 

Besonders die schmerzlindernde Wirkung kann bei vielen chronischen Krankheiten hilfreich sein. Ist der Patient austherapiert, kann er also von herkömmlichen Medikamenten keine Besserung erwarten, dann hilft oft THC. Deshalb findet THC bis heute vor allem Verwendung in der Onkologie und der Palliativmedizin.

Nach einem Bericht der Techniker Krankenkasse kommt THC-reiches medizinisches Cannabis heute bei folgenden Krankheiten zum Einsatz:

  • Epilepsie,
  • MS und andere Spastiken
  • Begleitung der Chemotherapie, unter anderem bei Übelkeit
  • chronischer Schmerz
  • Appetitanregung bei HIV (3)

 

Warum ist THC trotzdem illegal:

THC versetzt den Menschen in einen Rauschzustand, der sich in verminderter Handlungsfähigkeit auswirkt. Hinzu kommen Nachwirkungen, die möglicherweise zu dauerhaften psychotischen Zuständen führen. Deshalb fällt THC unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Das führte dazu, dass bis heute der Anbau von Hanf in Deutschland verboten ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Selbst THC-arme Sorten, also Nutzhanf, dürfen nur unter strengen Auflagen und von wenigen Landwirten angebaut werden.

Weitere Probleme mit THC

Darüber hinaus gibt es weitere Probleme, die den Umgang mit THC erschweren. So beeinflusst THC vermutlich bei Jugendlichen das sich entwickelnde Gehirn, und zwar negativ (4).

Zudem kann Cannabis abhängig machen, wenn auch nicht ganz so stark, wie lange Zeit angenommen. Neueren Forschungen zufolge macht Cannabis sogar weit weniger abhängig als Nikotin (5). Ein gewisser Prozentsatz derer, die später daran “hängenbleiben”, kann jedoch nicht geleugnet werden.

Umstritten ist weiterhin der Umstand, ob THC tatsächlich die Ursache für vermehrt auftretende Psychosen ist. Lange Zeit wurde das so gesehen. Erst inneuerer Zeit ergab sich ein Umdenken: Es wäre auch denkbar, dass psychotisch veranlagte Menschen gern kiffen, weil es sie beruhigt (6).

Hier wird besonders deutlich, dass die Forschung zu Cannabis, THC und auch CBD noch in den Kinderschuhen steckt. Es braucht Zeit und viel mehr Studien, um in diesen Punkten letzte Sicherheit zu erlangen. Das betrifft auch den Gegenpart von THC: das CBD.

Was ist der Unterschied zwischen THC und CBD?

CBD gilt gemeinhin als der komplette Gegenpart von THC. Das zeigt sich vor allem an der Wirkung: Wo THC den Appetit fördert, hemmt ihn CBD. Zudem steht Cannabidiol im Ruf, Psychosen und Angst zu bekämpfen, während THC beides hervorrufen kann oder zumindest fördert. Schon diese beiden Punkte zeigen, wie unterschiedlich beide Cannabinoide wirken

Wirkung von Cannabis Öl

Cannabis Öl und CBD-Öl ist umgangssprachlich das Gleiche

Der wichtigste Unterschied ist aber wohl die fehlende Rauscherzeugung bei CBD. Zwar gibt es dazu eine neue Studie, welche auch CBD eine gewisse psychoaktive Wirkung zubilligt. Jenseits von Entspannung bewirkt aber vor allem THC eine massive Bewusstseinsveränderung bei Konsumenten.

 

CBD Wirkung

THC  Wirkung

beruhigend / anregendentspannend
entzündungshemmend
schmerzlinderndschmerzlindernd
kann den  Appetit verringernkann den  Appetit anregen
nicht psychoaktivpsychoaktiv

 

Damit kommt CBD eine äußerst vielseitige Wirkkraft zu. Zwar wirkt auch dieser Hanfwirkstoff stets individuell, also bei jedem Menschen ein bisschen anders. Generell lässt sich aber ein breites Anwendungsgebiet ausmachen. So dämpft CBD zum Beispiel heftige Begleiterscheinungen bestimmter Krankheiten, etwa Multiple Sklerose, Arthrose, Reizdarm, Fibromyalgie, Hauterkrankungen, Alzheimer und mehr.

Dabei hat CBD ein paar Eigenheiten. Vor allem hängen viele Wirkungen von der CBD Dosis ab. Wenig CBD wirkt anregend, während viel CBD eher schläfrig macht. Auch zur Schmerzbekämpfung lässt es sich einsetzen, dann aber eher vorbeugend. Die akute Schmerzlinderung kann THC besser bewältigen. Nimmt man jedoch sehr hohe Dosierungen an CBD, lässt sich auch dieser Wirkstoff zur Schmerzbekämpfung einsetzen. Was im jeweiligen Fall angebracht ist, sollte am besten immer ein Arzt klären!

CBD und THC: Wie kommt es zu dieser unterschiedlichen Wirkung?

CBD wirkt nicht Psychoaktiv

CBD besitzt keine psychoaktive Wirkung – Bild: © eakmoto / 123RF.com

Im Körper des Menschen gibt es Rezeptoren für die beiden Stoffe, ebenso wie für die anderen Hanfwirkstoffe. Die Rezeptoren bilden ein eigenes System, das Endocannabinoidsystem (ECS, von endo = innen und Cannabinoide = Hanfwirkstoffe). Das ECS wurde erst in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts entdeckt, weshalb wir noch nicht sehr viel darüber wissen. Bisher ist aber klar: Rezeptoren für das ECS sind im ganzen Körper verteilt.

Sie finden sich im Verdauungssystem ebenso wie im Gehirn, im Immunsystem oder auch in der Haut. Aus diesem Grund kann sowohl THC als auch CBD auf so viele körpereigene Prozesse wirken. An den Rezeptoren selbst fungieren beide Wirkstoffe auf unterschiedliche Art. Wo THC andockt, hemmt CBD die Funktion der Rezeptoren, verschließt sie sozusagen. Deshalb wirken THC und CBD so unterschiedlich auf die menschliche Gesundheit.

Verwendung von THC und CBD

Es gibt bereits einige pharmazeutische Medikamente mit THC, etwa Dronabinol. Häufiger dürfte jedoch die private Anwendung sein, vor allem in Joints oder auch in selbst gebackenen Esswaren wie Keksen. Immerhin unterliegt die Verschreibung cannabishaltiger Rezepte strengen Auflagen, was einen Missbrauch verhindern soll.

Mit CBD ist es einfacher, weil dieser Wirkstoff legal verkauft werden darf. Darum ist CBD in vielerlei Formen erhältlich: Als Zusatz in Energydrinks oder Kaugummi findet sich CBD ebenso wie als CBD-Öl oder Kapseln. Es gibt auch Liquid für die E-Zigarette. Wer reine CBD-Blüten rauchen möchte, muss mit Problemen rechnen. Der Grund: Diese Blüten der weiblichen Hanfpflanze werden vielerorts als illegal angesehen, wie alle anderen unverarbeiteten Hanfbestandteile auch.

Was sagt der Gesetzgeber?

An dieser Stelle deshalb noch ein paar Worte zur Legalität oder Illegalität. Hier können wir CBD-Käufern die Angst nehmen: CBD Öl ist nach dem Betäubungsmittelgesetz legal! Voraussetzung ist allerdings, dass der jeweilige Hersteller sich an die Grenzwerte für THC hält. In Deutschland liegt diese Grenze bei 0,2 % THC, in Österreich bei 0,3 % und in der Schweiz bei 1,0 %. Daran wird deutlich, dass bereits bei Bestellungen online viel Sachkenntnis vorhanden sein muss, um nichts falsch zu machen. Bestellt etwa ein Deutscher sein CBD-Öl in der Schweiz, kann es zu Problemen kommen, die dem Käufer gar nicht bewusst sind. Scherer ist deshalb eine Bestellung in deutschen Shops. Wahlweise achten schon die Shops auf die Kennzeichnung, welches ihrer Produkte in welches Land verschickt wird, also legal ist.

Hanföl – CBD-Öl: Was ist was?

Diese Öle enthalten Bestandteile des Hanfs, jedoch in unterschiedlicher Menge und Konzentration. Hanföl bezeichnet im Allgemeinen normales Salatöl, also harmloses Speiseöl mit wenig THC und wenig CBD. Es wird aus Hanfsamen gewonnen, die von Natur aus arm an THC und an CBD sind. Steigt die Menge an CBD in der Pflanze, wird es extrahiert und einem Trägeröl zugesetzt. Dann heißt es CBD-Öl.

Gibt es auch THC-Öl?

THC-Öl als Bezeichnung ist wenig gebräuchlich. Dabei handelt es sich immer um einen Oberbegriff, der verschiedene Öle meinen kann. Öle mit viel THC sind etwa Rick Simpson Öl (RSO) oder Haschischöl. RSO beispielsweise kann bis zu 90 % THC enthalten, weshalb es natürlich auch illegal ist!

Fazit: Der Unterschied zwischen THC und CBD liegt vor allem in der Rauscherzeugung

Jeder der beiden Stoffe hat seine Berechtigung, auch THC: Betrachtet man ausschließlich den medizinischen Nutzen, können beide Cannabinoide viel bewirken. Das zeigt sich darin, dass es bereits pharmazeutisch Stoffe mit den beiden Hanfwirkstoffen gibt. Wie bei allen pflanzlichen Wirkstoffen hängt eine Nutzung aber immer auch vom verantwortungsvollen Umgang damit ab. Im Fall von THC wird dies durch die rauscherzeugende Wirkung erschwert.

Darum ist THC nach wie vor illegal, auch wenn es dem Menschen nützen kann. Somit bleibt der Hanfanbau in Deutschland verboten, auch für Sorten mit wenig THC. Nur einzelne Landwirte mit spezieller Lizenz sind dazu berechtigt, jeder andere macht sich strafbar! Das ist unabhängig davon, welchen THC-Gehalt die Pflanze aufweist oder ob die Samen legal gekauft wurden, etwa bei DM. Hier bleibt der Gesetzgeber streng, um Missbrauch vorzubeugen. Dies ist ein entscheidender Unterschied CBD THC: CBD kann legal erworben werden, vor allem im Versandhandel, bei Rossmann oder auch im CBD-Shop vor Ort.

 


Quellen

(1) Neueren Forschungen zufolge ist die Wechselwirkung zwischen THC und CBD komplexer als bisher angenommen. Solowi et al., 2019: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00406-019-00978-2
(2) Grotenhermen, Franjo: Die Geschichte der medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten: https://www.arbeitsgemeinschaft-cannabis-medizin.de/2018/01/10/die-geschichte-der-medizinischen-verwendung-von-cannabisprodukten/
(3) TK, März 2019: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/indikationeb-cannabis-medizin-2032610
(4) Becker et al, 2010: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=The%20impact%20of%20early-onset%20cannabis%20use%20on%20functional%20brain%20correlates%20of%20working%20memory
(5) Lopez-Quintero, 2011: Probability and predictors of transition from first use to dependence on nicotine, alcohol, cannabis, and cocaine. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21145178
(6) https://www.drugcom.de/topthema/psychose-vom-kiffen/

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