CBD News: Cannabidiol soll durch die EU als Betäubungsmittel

eingestuft werden ‚Äď was steckt dahinter?

 

Das Thema CBD ist ein sehr umfassendes ‚Äď und das nicht nur bezogen auf die Wirkung des Hanfbestandteils oder dessen Anwendungsm√∂glichkeiten. Auch rechtliche Unklarheiten herrschen zum Thema Cannabis und Cannabidiol immer wieder vor. Warum das so ist, l√§sst sich recht einfach kl√§ren: Der Nutzhanfpflanze haftet aufgrund von der psychoaktiven Wirkung des enthaltenen THCs immer noch ein schlechter Ruf an. Diesen hat die Branche in den letzten Jahren mit nat√ľrlichen Hilfsmitteln abge√§ndert, die ohne den psychoaktiven Wirkstoff auskommen und zahlreiche Vorteile bereithalten. So gilt Cannabidiol mit maximal erlaubten 0,2% THC aus der Pflanze beispielsweise als beruhigend, schmerzlindernd und Stimmungs-aufhellend. Doch nun k√∂nnte der wachsende Markt mit begeisterten Anh√§ngern ein j√§hes Ende haben.

EU will CBD als Betäubungsmittel einstufen

Man fragt sich auf welche abstrusen Ideen die EU noch kommt! Cannabidiol soll durch die EU als Betäubungsmittel eingestuft werden

Panik in der Branche: Ergebnisse der letzten EU-Kommissions-Sitzung spalten die Gem√ľter

Die EU-Kommission hat ihr letztes Zusammentreffen vor der Sommerpause hinter sich gebracht ‚Äď und mit dieser f√ľr eine Menge Wirbel und unbeantwortete Fragen gesorgt. Was dahintersteckt? Die EU-Kommission hat sich dazu ausgesprochen, CBD und generell Wirkstoffe aus der Hanfpflanze als Bet√§ubungsmittel zu werten ‚Äď und das entgegen der k√ľrzlich erhaltenen Empfehlung der WHO, diese neu zu klassifizieren. Dar√ľber hinaus hat die EU-Kommission Antr√§ge von Herstellern auf Eis gelegt, eine Novel-Food-Zulassung f√ľr ihre CBD Produkte zu erhalten. Cannabidiol wurde 2019 in den Novel-Food-Katalog mit eingef√ľgt, sodass Hersteller aktuell eine Zulassungsbescheinigung ben√∂tigen, um ihre Waren zu vertreiben. Diese halten viele Marken noch nicht, was nun zu einem Aufschrei in der Branche gef√ľhrt hat. Denn: Verst√§rkte Kontrollen und das Pausieren der Antragsbearbeitung bringen die Anbieter in eine schwierige Lage.

Informationen zur aktuellen Rechtslage

Das Problem besteht im Grunde darin, dass noch keine transparenten und allgemein-g√ľltigen Regelungen zur Verfahrensweise mit Cannabis und CBD Produkten getroffen wurden. So hat die World Health Organisation schon 2018 empfohlen, die Hanfwirkstoffe CBD und THC neu zu klassifizieren. Denn: Beide werden unter Cannabis in der Kategorie der Gefahrenstoffe wie etwa Kokain gef√ľhrt. Die WHO fordert dazu eine Herabstufung, da das Suchtpotential laut der Organisation mit Cannabis deutlich geringer ausfallen soll und der medizinische Nutzen leichter zug√§nglich gemacht werden muss. Cannabis soll nicht nur herabgestuft werden, sondern CBD Produkte mit zul√§ssiger THC-H√∂chstmenge von 0,2 Prozent m√ľsse laut der WHO auch ganz und gar aus dem Abkommen der Vereinten Nationen aus dem Jahre 1961 gestrichen werden. Diese Forderung hat dazu gef√ľhrt, dass die mehr als 50 Unterzeichnerstaaten noch in diesem Jahr √ľber den Vorschlag abstimmen wollten. Was CBD-√úberzeugte positiv gestimmt hat, wurde nun von der EU-Kommission mit ihrer Entscheidung zunichte gemacht. Denn: Mit der Ansage zur Einstufung als Bet√§ubungsmittel w√ľrde genau dieser Fortschritt zum R√ľckschritt werden. Einige Hersteller deklarieren ihre CBD √Ėle bereits als CBD Aroma√∂l.

Unklarheiten und Probleme durch neueste Entscheidungen

Das Problem liegt nun daran, dass CBD aus Hanf nicht gleichzeitig ein Novel-Food und Bet√§ubungsmittel sein, beziehungsweise rechtlich als solches deklariert werden kann. Wird die Auffassung der EU-Kommission durchgesetzt, hie√üe das automatisch, dass Hersteller nat√ľrlicher CBD Produkte aus Hanf ihre Produktionen und den Verkauf einstellen m√ľssten. Weil die Kommission aber CBD aus Cannabis beschrieben hat, w√ľrde dies nicht unbedingt auch f√ľr synthetisch hergestelltes CBD gelten. Genau dieser Faktor sorgt f√ľr einen internationalen Aufschrei: Das rein nat√ľrliche und schonend hergestellte Hanfprodukt d√ľrfte mit der neuen Auffassung k√ľnftig nicht mehr √ľber die Ladentheke gehen ‚Äď synthetisch hergestelltes CBD aber schon. Denn: Unter das Bet√§ubungsmittelgesetz fallen nach der Sitzung nur Cannabis und die Produkte aus der Pflanze, beziehungsweise deren Bl√ľten selbst. Dabei handelt es sich bei beiden Arten um das nahezu identische Produkt. Wer denkt, synthetisches CBD k√∂nne sich jedoch als echte Alternative erweisen, sollte dies noch einmal √ľberdenken. Dieses wird nicht nur auf weniger umweltschonende Weise hergestellt, sondern kann durch k√ľnstliche Zusatzstoffe auch sch√§dlich ausfallen.

Was sind mögliche Folgen?

CBD Hersteller, die einen Antrag auf die Zulassung ihrer Produkte als Novel-Food gestellt haben, m√ľssen nun ein Statement abgeben. Dieses will die EU-Kommission pr√ľfen, bevor es zu einer weitl√§ufigen Entscheidung und zu klareren Richtlinien kommt. Bleibt es bei der aktuellen Auffassung, k√∂nnte dies ein Aus f√ľr viele bekannte Cannabidiol Marken bedeuten. Pharmaunternehmen hingegen k√∂nnten sich wegen ihrer deutlich umfassenderen Ressourcen mit der Herstellung synthetischer Cannabidiol-Produkte besch√§ftigen ‚Äď ganz im Gegensatz zu kleineren Firmen. Doch auch einen positiven Effekt k√∂nnte diese unerwartete Wendung mit sich bringen: So wurde CBD schon 2016 in die Liste verschreibungspflichtiger Mittel aufgenommen, bisher allerdings frei verkauft. Unklarheiten k√∂nnten in dieser Hinsicht aus dem Weg ger√§umt werden. Auch finden es Bef√ľrworter der neuen Absprache wichtig, dass der CBD Markt besser reguliert wird. Zu viele Anbieter mit eher undurchsichtigem Inhaltsversprechen tummeln sich laut der Bef√ľrworter am Markt, die f√ľr Endkunden alles andere als vorteilhaft und sicher sind.

Das ist die Reaktion wichtiger Hanfverbände

Sowohl die European Industrial Hemp Association, als auch der √∂sterreichische Verbraucherschutzverein haben sich bisher zum Richtungswechsel der EU-Kommission ge√§u√üert. Der Interessenverband der Nutzhanfbauern zeigt sich gegen√ľber der aktuellen Entscheidung negativ ‚Äď diese k√∂nnte laut EIHA n√§mlich das Ende f√ľr Produzenten √∂kologischer Hanfextrakte bedeuten. Der √∂sterreichische Verbraucherschutzverein betont wiederum, dass dies auch einen Nachteil f√ľr Schmerzpatienten darstellt, die mit Cannabidiol bisher gute Erfahrungen gemacht haben. Generell schw√∂ren bereits zehntausende Menschen auf Cannabinoide, Terpene und Flavonoide aus der Nutzhanfpflanze, die sich mit dem Richtungswechsel neue Hilfsmittel suchen m√ľssten.

Was bleibt also zu hoffen?

Die Rechtslage zu Cannabis, CBD und weiteren Hanfwirkstoffen ist also alles andere als eindeutig ‚Äď und scheint sich gef√ľhlt alle paar Monate in eine ganz neue Richtung zu entwickeln. Kein Wunder also, dass Konsumenten verwirrt werden und Hersteller der nat√ľrlichen Hanfextrakte die n√§chste Zeit ein Fragezeichen nach dem anderen angehen m√ľssen. Dies k√∂nnte durch ein Wiederaufgreifen des Themas durch die EU-Kommission endlich gel√∂st werden: So k√∂nnte CBD als Arzneimittel deklariert werden, um den verschreibungspflichtigen Verkauf endg√ľltig durchzusetzen und eine Beratung der Patienten mit Bedarf nach dem Wirkstoff in den Vordergrund zu stellen. Sprich: Eine medizinische Nutzung k√∂nnte damit mehr in den Fokus der Branche r√ľcken. Auch lie√üen sich dadurch Hersteller minimieren, die CBD Mittel in schlechter oder unzureichender Qualit√§t bereithalten ‚Äď was dem Konsumenten in gewissem Ma√üe weiterhilft. Schlie√ülich werden tagt√§glich CBD √Ėle und Co. auch ohne Rezept verkauft. Anstelle einer Wertung als Bet√§ubungsmittel k√∂nnte also das konsequentere Vorgehen zu aktuellen Richtlinien die Branche etwas transparenter gestalten.

 

FAQs ‚Äď das sollte man noch zur Auffassung der EU-Kommission wissen

An dieser Stelle möchten wir noch etwas genauer auf das Thema eingehen. Denn: Gerade weil es sich um ein kaum transparentes Thema mit sogenanntem Flickenteppich an Regulierungen und Gesetzen handelt, blicken Hersteller und Konsumenten nicht mehr durch. Um Fragezeichen aus dem Weg zu räumen, wollen wir häufig gestellte Fragen nachfolgend beantworten.

Im Grunde m√ľssten CBD-Produkte als sogenannte Novel-Foods in Europa nun illegal sein, beziehungsweise d√ľrften sie ohne Zulassung nicht √ľber die Ladentheke gehen. Insbesondere Hanfextrakte, die aus den Hanfbl√ľten und Fruchtst√§nden stammen, m√ľssten nun aus den Regalen genommen werden. Das Ganze kann sogar Hanftees und noch unscheinbarere Produkte betreffen.

Die Pharmaindustrie k√∂nnte aufgrund eigener Interessen einen hohen Druck auf die EU-Kommission aus√ľben ‚Äď und k√∂nnte sich die Machstellung in Sachen Cannabidiol sichern. Das bedeutet: Durch die aktuelle Ansicht (oder auch das Nachgeben) der EU-Kommissionk√∂nnte die Produktionserlaubnis bei der Pharmaindustrie allein liegen, da CBD konsequent als Arzneimittel deklariert und gepr√ľft wird. Wird der Hanfwirkstoff zu einem verschreibungspflichtigen Mittel, das nur noch √ľber Apotheken verkauft werden kann, wird es f√ľr den Konsumenten automatisch teurer. Zahlreiche Hersteller und auch Familienbetriebe k√∂nnten dadurch Verluste erleiden und vom Markt verschwinden.

Um die Unklarheiten aus dem Weg zu schaffen und weiterhin CBD Produkte anwenden zu k√∂nnen, fragen sich viele Hanfbegeisterte, was sich gegen die Schritte der EU-Kommission, beziehungsweise die √úbernahme durch die Pharmaindustrie tun l√§sst. Es gibt die M√∂glichkeit, sich an einer entsprechenden Petition wie beispielsweise √ľber www.change.org beteiligen. Diese fordert, dass alle Cannabinoide nicht mehr unter der Novel-Food-Verordnung gef√ľhrt, sondern als Lebensmittel anerkannt werden. Denn: Hanf wird nachweislich schon seit Jahrhunderten als Nutzpflanze auch f√ľr Speisen verwendet und dient unter anderem auch Brauereien zum Herstellen von traditionellem Bier. Je mehr B√ľrger sich an Petitionen zu diesem Thema beteiligen, desto gr√∂√üer wird der Widerstand gegen die Beschl√ľsse der EU-Kommission ‚Äď und desto mehr l√§sst sich vielleicht bewirken. Ob eine solche Aktion dem Druck der Pharmaindustrie gewachsen sein kann, ist allerdings fraglich.

 

 

Quellen:

https://ec.europa.eu/food/safety/novel_food/catalogue/search/public/?event=home&seqfce=72&ascii=C

https://ec.europa.eu/food/safety/novel_food/catalogue/search/public/?event=home&seqfce=940&ascii=C

 

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