Der Hanfwirkstoff CBDa fand lange Zeit wenig Beachtung. Die saure Vorstufe von CBD galt als inaktiv und damit als wenig interessant. Das ändert sich erst in letzter Zeit, weil immer mehr Forschung zur CBD-Säure betrieben wird. Aus gutem Grund, denn sie scheint bei bestimmten Problemen sogar besser zu helfen als ihr berühmter Nachfolger CBD. Vor wenigen Jahren fand zudem ein Team von Wissenschaftlern heraus, dass CBDa gegen bestimmte Arten von Krebs helfen könnte.

Das hat uns neugierig gemacht: Kann das stimmen? Schließlich kursieren ja immer wieder derartige Behauptungen über Hanfwirkstoffe. Leider sind sie nur selten gerechtfertigt. Bei unseren Recherchen dazu haben wir ein paar interessante Dinge über CBDa herausgefunden.

Unterschied CBDa zu CBD

CBD oder CBDa – was ist sinnvoller? Bild: © feelgoodsalon / 123RF.com

Was ist CBDa?

CBDa seht für CBD-Säure, englisch: CBD acid. Dabei handelt es sich um einen Bestandteil der Hanfpflanze, wie er in der Natur vorliegt. Die Pflanze beinhaltet nämlich nicht etwa CBD als solches, jedenfalls nicht von Anfang an. Vielmehr muss CBD erst mithilfe von Wärmeeinwirkung aus CBDa hergestellt werden. Im Lauf der Zeit entsteht es aber auch von selbst, zum Beispiel wenn man Hanf länger lagert, ohne ihn zu bearbeiten.

Es gibt im Hanf unterschiedliche Vorstufen für die bekannten Cannabinoide. Viele davon haben ein -a- am Ende. Beispielsweise ist die Vorstufe für THC eben THCa. Lange waren sie nicht so gut erforscht, doch das ändert sich derzeit. Zumindest CBDa rückt immer mehr in den Mittelpunkt der Forschung. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr fällt auf, dass auch CBDa positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben kann.

Gibt es einen Unterschied zwischen CBDa und CBD?

Lange bezeichnete man CBDa auch als inaktives CBD. Das ist aber nicht ganz richtig. Denn inaktiv ist CBDa keineswegs: Es ist nur noch nicht so lange bekannt, dass auch dieser Hanfwirkstoff auf den Menschen einwirkt. CBDa war also lediglich weniger gut erforscht als CBD selbst.

CBDa kommt in frischen Blüten und Blättern der Hanfpflanze vor. Es ist also dann vorhanden, wenn diese Hanfbestandteile noch nicht weiterverarbeitet wurden und auch noch nicht länger lagerten. Denn unter Hitze wie unter Einwirkung von Licht und Sauerstoff verändern sich die Cannabinoide.

Chemisch betrachtet unterscheiden sich CBDa und CBD voneinander: CBD acid weist eine Carboxylgruppe auf (-COOH). Um CBD zu erhalten, muss diese abgespalten werden. Erhitzt man CBDa auf mindestens 120 Grad Celsius, geschieht genau das: Es nennt sich Decarboxylierung und ist derselbe Vorgang, der auch die anderen Hanfwirkstoffe aktiviert. Manch ein Hersteller bezeichnet darum CBD auch als „aktiviertes CBD“.

Ist CBDa wirkungslos?

CBDa ist nicht wirkungslos, im Gegenteil. Im Zusammenspiel mit den anderen Hanfwirkstoffen trägt es zum Entourage-Effekt bei. Es kann aber auch für sich allein wirken: Das zeigen Studien, die wir im Anschluss näher vorstellen. Hier zunächst ein Überblick darüber, was zu CBDa bisher bekannt ist.

CBDa – Vorteile

  • lindert Übelkeit / Erbrechen
  • angstlösend
  • entzündungshemmend
  • möglicherweise bekämpft Tumorzellen bestimmter Krebsarten

Studien zu CBDa

Bereits im Jahr 2012 fand ein Team von Wissenschaftlern heraus, dass CBDa einen Effekt auf Übelkeit und Erbrechen haben könnte. Dieser Effekt soll sogar noch stärker sein als der von CBD1). Dies hängt mit der Wirkung auf einen Serotonin-Rezeptor zusammen, welcher auch für Ängste eine Rolle spielt. Deshalb lässt sich schlussfolgern, dass CBDa ebenso wie CBD auch angstlösend wirken kann.

Auf eine potenzielle Überlegenheit gegen CBD weist auch die folgende Studie hin. Sie stammt aus dem Jahr 2018 und beschäftigte sich mit der anti-entzündlichen Wirkung verschiedener Hanfwirkstoffe. Während einzelne Stoffe wie THC bei geringer Dosierung wirkungslos blieben, ergab ihre Kombination mit CBDa eine deutliche Wirkungssteigerung 2).

CBD gegen Krebs ist ein vielversprechendes Feld neuerer Forschung – doch ist noch lange nicht klar, ob der Hanfwirkstoff tatsächlich etwas auszurichten vermag. Auch die saure Vorstufe von CBD wird dahingehend untersucht, mit Ergebnissen, die hoffen lassen.

Eine mögliche Wirkung hängt aber stark davon ab, um welche Krebsart es sich handelt. So scheint CBDa das Wachstum einer besonders aggressiven Art von Brustkrebs hemmen zu können (MDA-MB-231 cells, Quelle 3),4)). Eine herkömmliche Therapie kann und sollte CBDa allerdings niemals ersetzen!

Aber CBDa gegen Krebs lässt sich schon jetzt gut einsetzen, und zwar begleitend bei einer Chemotherapie. Hier kann die Wirkung gegen Übelkeit genutzt werden, die wir weiter oben ansprachen.

 

Hat CBDa (acid) auch Nachteile?


CBDa hat vor allem zwei Nachteile:

a) Derzeit noch nicht separat erhältlich

Wer nach Produkten sucht, die ausschließlich diesen Hanfwirkstoff enthalten, der wird derzeit nicht fündig werden. Die saure Vorstufe des CBD ist ausschließlich im Vollspektrum CBD Öl enthalten. Dort ist die Substanz mal mehr, mal weniger präsent. Das hängt damit zusammen, bis zu welchem Grad sie decarboxyliert wurde. Viele Vollspektrum oder „raw“ Öle enthalten eine Menge CBDa. Pure Öle hingegen enthalten überhaupt keines, da hier ausschließlich CBD Isolat verarbeitet wird.

Ein potenzieller Käufer sollte das wissen. Genaue Informationen dazu finden sich in den Analysezertifikaten, welche viele Hersteller online zur Verfügung stellen.


b) Wird möglicherweise nicht von allen Menschen vertragen

Diese Information beruht auf Erfahrungsberichten anderer Anwender: Es scheint Menschen zu geben, die empfindlich auf zu viel CBDa reagieren. Eine mögliche Folge sind Magenprobleme. In einem solchen Fall sollte die Einnahme sofort abgebrochen werden. Ersatzweise kann dann ein pures CBD Öl ausprobiert werden.

 

Wie viel CBDa kann oder sollte in Produkten enthalten sein?

CBD Öl Test - CBD Vital

Als Beispiel: Das Naturextrakt CBD-Öl von CBD-Vital mit einem höheren CBDa-Anteil

Hier hängen die Empfehlungen vom Zweck der Einnahme ab. Wer speziell die Vorteile von CBD acid nutzen möchte, sollte auf einen möglichst hohen Anteil achten. Was aber ist darunter zu verstehen? An einem Beispiel wollen wir das einmal durchrechnen.

In einem fünfprozentigen Vollspektrum Öl werden sich selten 5 % Prozent reines CBD finden. Vielmehr ergeben CBD und CBDa zusammen 5 %! Dabei ist der mögliche Anteil von CBDa so vielfältig wie die Zahl der Hersteller selbst: Bei manchen sehr rohen Ölen (CBD Rohöl, wie es einige Hersteller anbieten) tendiert der Anteil von CBD gegen 3 %. Dann beträgt CBDa fast 2 % (die Herstellung ist nicht verlustfrei). Das ist sehr viel, weshalb die Vorteile der sauren Vorstufe bei der Anwendung stärker ins Gewicht fallen werden.

 

INFO: Ist ein Öl hingegen stark verarbeitet, also decarboxyliert, wird der Anteil des reinen CBD höher sein, er kann weit über 4 % betragen. Damit steigt natürlich auch dessen mögliche Wirkung.

 

In welchen CBD Ölen ist viel CBDa enthalten?

Generell gilt: Umso dunkler das Öl ist, desto mehr CBDa kann enthalten sein
Die meisten Hersteller geben explizit nicht an, wieviel CBDa genau in ihren Produkten enthalten ist. Jedoch konnten wir z.B. bei CBD Vital aus der Beschreibung entnehmen, dass z.B. im Naturextrakt (weißes Etikett) ca. 2% CBD enthalten ist – der Rest teilt sich auf CBD, CBG und weitere Bestandteile auf.


Auch beim Bio Rohöl von Cantura finden wir einen gewissen CBDa-Anteil – wie hoch dieser ausfällt, wurde nicht aufgelistet.

Fazit

Ob CBDa bestimmte Krebsarten heilen kann, ist derzeit noch immer ungeklärt. Es gibt zu wenig Studien dazu, wie ganz allgemein zur Wirkung der Substanz. Ein paar Dinge gelten aber schon als gesichert. So hemmt CBDa Entzündungen mindestens ebenso gut wie CBD. Es kann auch gegen Übelkeit helfen und Erbrechen reduzieren. Vermutlich hat es noch viel mehr therapeutisches Potenzial.

Darum ist es bei Weitem nicht „inaktiv“, wie es lange Zeit genannt wurde. Mittels Hitze lässt es sich zu CBD decarboxylieren. Weil dieser Prozess beim Extrahieren nicht immer vollständig ist, liegt es im Vollspektrum-Öl in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Soll es gezielt eingesetzt werden, lohnt sich ein Blick auf die Herstelleranalysen, die zumeist online verfügbar sind. Nur dann lässt sich gezielt ein Öl mit mehr oder weniger CBDa-Anteil erwerben.

Quellenangaben[+]

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.