Die medizinische Forschung zum Thema Cannabis erlebt gerade einen kleinen Boom, da immer mehr interessante Erkenntnisse zu den positiven Effekten der Hanfpflanze für die Gesundheit zutage gefördert werden. Zugleich ist der medizinische Gebrauch von Cannabis in Deutschland (und in vielen anderen Ländern ebenfalls) aus verständlichen Gründen streng geregelt, da einige der Wirkstoffe in der Hanfpflanze, darunter das weit bekannte Tetrahydrocannabinol (THC), aufgrund ihrer starken psychoaktiven Wirkung nicht ganz unbedenklich sind.

 

Die Geschichte des Hanfs als schmerzlinderndes Mittel reicht viele hunderte, wenn nicht gar tausende von Jahren zurück.[1]Hanf ist jedoch, wie jede Pflanze, ein komplexes Produkt, bei dem viele diverse Wirkstoffe synergistisch, also im Zusammenspiel, wirken. Was vielen Menschen aber nach wie vor nicht bewusst ist: Hanf ist nicht gleich Hanf. Während feminisierter Cannabis für seine berauschende Wirkung bekannt ist, verfügt auch Nutzhanf – also Hanf, der industriell für die Herstellung von Hanföl (wie man es etwa in Reformhäusern findet) und Hanffasern angebaut wird – über ein breites Spektrum an sekundären Pflanzenstoffen. Besonders interessant ist hier der Wirkstoff Cannabidiol (CBD), oder Cannabis Öl, der in den letzten Jahren breite Aufmerksamkeit als schmerzstillendes Mittel erfahren hat. CBD ist nicht psychoaktiv, arm an Nebenwirkungen und nicht suchtfördernd.

CBD bei Migräne und Kopfschmerzen

Gerade bei Migräne und Kopfschmerzen sind viele Menschen auf der Suche nach sicheren, gut verträglichen Hilfsmitteln, um den Alltag auch in Krankheitsphasen etwas erträglicher zu machen. Eine stetig wachsende Community, sowohl online als auch offline, schwört bei (starken) Kopfschmerzen auf den Einsatz von CBD. Doch was hat es damit auf sich? Ist der Hype gerechtfertigt? In diesem kurzen Infoartikel möchten wir erste Anhaltspunkte bieten, um sich über den Gebrauch von CBD bei Migräne auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu informieren. Es handelt sich hier jedoch lediglich um Ratschläge, die unter keinen Umständen medizinische Beratung ersetzen können. Im Zweifelsfall sollten Sie immer ärztliche Beratung in Anspruch nehmen. Doch nun zur ersten großen Frage: Was sagt der aktuelle Stand der Wissenschaft über CBD und Kopfschmerzen?

Hilft CBD gegen Migräne? Was wir bisher wissen – und was wir (noch) nicht wissen

CBD gegen Migräne und KopfschmerzenDass Cannabis im Allgemeinen ein effektives Mittel gegen Kopfschmerzen ist, lässt sich in einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Studien nachvollziehen.[2]Hierbei wird mittlerweile auch differenzierter zwischen den einzelnen Wirkstoffen, darunter primär CBD und THC, unterschieden.[3]Während der genaue Wirkungsmechanismus von Cannabinoiden im menschlichen Körper noch keineswegs weitreichend erforscht ist, geben aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse Grund zur Annahme, dass es einen Zusammenhang zwischen (chronischen) Schmerzen und dem körpereigenen endocannabinoiden System gibt. Manche Forscher mutmaßen sogar, dass bei manchen Menschen eine Beeinträchtigung des endocannabinoiden Systems eine mögliche Ursache für chronische Schmerzen, darunter Kopfschmerzen und Migräne sein kann.[4]Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so ließe sich unter Umständen dieses Ungleichgewicht durch die Zufuhr von Cannabinoiden, etwa in Form von CBD Öl, CBD Kapseln oder CBD Paste, ausgleichen.

Obwohl die Forschung mittlerweile ein breites Spektrum an Wirkstoffen aus der Hanfpflanze in Augenschein nimmt, fokussieren wir uns in diesem Artikel auf Cannabidiol. Dies hat zwei Gründe. Erstens ist der Gebrauch von THC, wie oben bereits erwähnt, mit gewissen Risiken in Hinblick auf das mentale Wohlbefinden verbunden. So kann THC etwa latente Psychosen triggern und bei Menschen mit bipolarer Störung den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.[5]CBD hingegen hat erwiesenermaßen eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und verfügt, ganz anders als THC, über anti-psychotische und anxiolytische (angstlösende) Eigenschaften. Konzentrierte Präparate auf Basis von Cannabidiol sind damit von ihrer Wirkung her einzigartig und sollten somit als eigenständiges Mittel gegen chronische Schmerzen ernstgenommen werden. Zwar sind die wissenschaftlichen Arbeiten über den Einsatz von Cannabis gegen Kopfschmerzen in dieser Hinsicht differenzierter geworden, aber die Forschung zu CBD als isolierter Wirkstoff steckt definitiv noch in den Kinderschuhen. Wir können also nur mit Spannung abwarten, welche weiteren Erkenntnisse Mediziner, Neurologen und Pharmakologen in der Zukunft zutage fördern werden.

CBD Öl in der Praxis: Wie, wann und wie oft?

Auf Basis der Erkenntnisse, die uns bislang zum Einsatz von CBD vorliegen, können wir keine pauschalen Empfehlungen zur Dosierung, Länge oder Frequenz der Einnahme aussprechen. Jedoch liegen uns zur Anwendung von CBD zahllose Erfahrungsberichte im Internet vor. Diese dienen ausdrücklich nicht als Leitfäden für die persönliche Nutzung von Cannabidiol gegen Migräne, da sie in vielen Fällen nicht verifizierbar sind und auf den subjektiven Eindrücken von Einzelpersonen beruhen. Jedoch geben sie uns einen guten Eindruck davon, wie Menschen überall auf der Welt CBD für sich nutzen, um Kopfschmerzen besser unter Kontrolle zu kriegen. Manche Personen verwenden CBD etwa als Langzeitmaßnahme, um den Körper ins Gleichgewicht zu bringen. Hierzu werden oftmals geringeren Dosen, etwa 20-30mg CBD über den Tag verteilt eingenommen. Die Dauer der Einnahme unterscheidet sich hierbei stark, und manche Menschen schwören auf den täglichen Gebrauch von Cannabidiol.

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Andere Betroffene setzen CBD bei Migräne nur als akutes Hilfsmittel ein. Auch diese Form der Einnahme hat durchaus ihre Daseinsberechtigung. Die Hauptfrage, die sich allgemein bei der Nutzung von CBD stellt, ist die Frage nach der korrekten Dosierung. Laut zahlreichen Erfahrungsberichten kann selbst mit geringeren Dosen eine gute Wirkung erzielt werden. Auch wissenschaftliche Studien konnten bisher keine allgemeinen Richtlinien für die Einnahme ermitteln. Eine aktuellere Studie, die 2017 auf einer Konferenz der European Academy of Neurology in Amsterdam vorgestellt wurde, spricht etwa von effektiven Dosen ab 100mg CBD pro Tag. Jedoch differenziert diese Studie – zumindest, soweit es sich laut der Zusammenfassungen beurteilen lässt –  nur unzureichend zwischen CBD und THC im weiteren Verlauf der Studie (Phase 2 der Studie).[6] Jedoch scheint es plausibel, dass bei schweren Schmerzen höhere Dosen nötig sind, um den gewünschten schmerzstillenden Effekt zu erzielen. Anders als bei der Einnahme von CBD gegen überwiegend psychische Leiden wie Depressionen oder Angststörungen sind beim Einsatz von Cannabidiol gegen akute und extrem starke Schmerzen, wie sie etwa bei Migräne auftreten, Dosen im höheren Bereich durchaus sinnvoll. Wir raten aber aus Gründen der Sicherheit dazu, nicht sofort mit hohen Dosierungen einzusteigen. Starten Sie mit 10mg 2-3 mal am Tag und steigern sie progressiv die Dosis, bis die gewünschte Schmerzlinderung eintritt. Zu den wenigen potenziellen Nebenwirkungen von CBD gehören Übelkeit, Schläfrigkeit und Verdauungsprobleme. Diese unangenehmen Begleiterscheinungen treten jedoch insgesamt eher selten auf. CBD ist überwiegend gut verträglich.

Wir sind in unserem ausführlichen Beitrag über die CBD-Dosierung noch einmal genauer auf die spezielle Dosierung von CBD eingegangen – zudem haben wir einen CBD Rechner erstellt, mit dem sich die Dosierung recht gut ausrechnen lässt -(ohne Gewähr).

 

Geringe Risiken, großes Potenzial: CBD gegen Migräne testen

Wieviel Vertrauen können wir Testberichten zu CBD-Öl schenken? Letzten Endes muss das jeder für sich selbst entscheiden. Jedoch ist Cannabidiol beim besten Willen nicht mehr ein Nischenprodukt für „Hippies“. Wie wir gezeigt haben, wird der Wirkstoff in der Wissenschaft aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, und eine breite Gruppe von erfolgreichen Menschen – darunter beispielsweise auch die RTL-Moderatorin Eva Imhof – setzt Cannabidiol gewinnbringend gegen Kopfschmerzen ein.[7]

Wir wissen leider noch viel zu wenig über die medizinischen Ursachen von Migräne und wiederkehrenden Kopfschmerzen, obwohl sie ein weit verbreitetes Leiden sind. So leiden in Deutschland aktuell etwa 18 Millionen Menschen unter Migräne, wobei die Ermittlung genauer Zahlen erfahrungsgemäß schwierig ist.[8]Was aber die Behandlung von Migräne betrifft, tappen wir noch größtenteils im Dunkeln und bekämpfen vorwiegend das Hauptsymptom: Schmerzen. In dieser Hinsicht können wir uns Cannabidiol als ein sanftes Schmerzmittel vorstellen, dessen Einsatz aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll sein kann. Beim Kampf gegen Schmerzen ist alles, was die Symptome lindert und dabei auch noch arm an Nebenwirkungen ist eine Überlegung wert. Warum sollten also Menschen, die sich regelmäßig mit Kopfschmerzen und Migräneattacken herumplagen müssen nicht Gewinn ziehen können aus einem pflanzlichen Wirkstoff? Natürlich ist Cannabidiol absolut kein Wundermittel. Doch starke synthetische Schmerzmittel sind das auch nicht. Abgesehen davon gehen sie auch noch oft mit schädlichen Langzeitfolgen einher. Insofern bleibt es am Ende, wie so oft, jedem selbst überlassen, eine informierte Entscheidung zu fällen. Gute medizinische Fachberatung ist hierbei das wichtigste. Darüber hinaus eröffnet jedoch auch der ergänzende Einsatz von CBD Öl neue Perspektiven auf die Behandlung von Migräne.

Quellen und Studien zu CBD gegen Migräne

[1]https://www.arbeitsgemeinschaft-cannabis-medizin.de/2018/01/10/die-geschichte-der-medizinischen-verwendung-von-cannabisprodukten/

[2]Siehe zum Beispiel https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5436334/; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5968020/

[3]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30152161

[4]Zu diesem interessanten Konzept siehe https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18404144; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24977967; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5576607/

[5]Siehe hierzu diese umfassende Auswertung https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(19)30048-3/fulltext

[6]https://www.ean.org/amsterdam2017/fileadmin/user_upload/E-EAN_2017_-_Cannabinoids_in_migraine_-_FINAL.pdf

[7]https://www.rtl.de/cms/gegen-ihre-migraene-rtl-moderatorin-eva-imhof-setzt-auf-cbd-oel-4218260.html

[8]Für mehr Zahlen und Fakten, siehe https://schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/wer-leidet/

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