Fast jeder hat es: Geschätzt tragen etwa 85 Prozent aller Deutschen ein Herpesvirus in sich. Doch nicht alle merken etwas davon. Häufig schläft es in uns, bis ihm günstige Umstände zum Ausbruch verhelfen. Günstige Umstände sind etwa Stress und eine Schwäche des Immunsystems. Viele Menschen fragen sich deshalb, ob CBD etwas gegen Herpes ausrichten kann. Schließlich zählt es zu den Mitteln, die entspannen, also Stress herabsetzen. Mehr noch: Kann es vielleicht auch die Viren selbst bekämpfen? Wir sind diesen Fragen nachgegangen und haben Folgendes herausgefunden.

CBD bei Herpes

Kann CBD bei Herpes helfen und wenn ja, wie?

 

Was ist Herpes?

Sprechen wir von “dem Herpes”, vergessen wir häufig eines: Es ist eigentlich ein Oberbegriff. Er bezeichnet eine ganze Gruppe von Viren, die neben ihrer Zusammensetzung noch etwas anderes gemeinsam haben: Sie sind hochgradig ansteckend. Unbeabsichtigt übertragen es vor allem Mütter auf ihre Kinder, aber auch beim Küssen kann eine bestimmte Herpesart weitergegeben werden, das Pfeiffersche Drüsenfieber. Im Volksmund gibt es dafür die Bezeichnung Kusskrankheit.

Übertragen wird Herpes also durch Kontakt zwischen zwei Menschen oder Mensch und infizierter Oberfläche. Das nennt man auch Schmierinfektion. Der Infizierte selbst merkt davon häufig nichts. Vielmehr schlummert das Virus jahrelang im Körper, bis es zu einem Ausbruch kommt. Der wiederum hat stets einen Grund. Häufig kommen auch mehrere Faktoren zusammen.

Ursachen für einen Herpesausbruch

Herpesviren werden erst dann aktiv, wenn sie die Chance dazu bekommen. Das ist normalerweise der Fall, wenn im Immunsystem etwas schiefläuft. Ist es geschwächt, können die Viren sich besser vermehren. Die beste Abwehr gegen einen Herpesausbruch ist darum ein gesundes Immunsystem. Doch das ist immer wieder mal geschwächt, bei manchen Menschen sogar dauerhaft.

Zu einem geschwächten Immunsystem kann auch vermehrter Stress führen. Auch extrem negative Gefühle sind Stress und können einen Ausbruch nach sich ziehen. Das berühmte Lippen- oder Fieberbläschen nach starkem Ekel ist wohl das berühmteste Beispiel.

Welche Arten von Herpes gibt es?

Wohl am bekanntesten sind die beiden Typen HSV 1 und 2 (Herpes simplex Virus), welche Lippenherpes sowie Genitalherpes hervorrufen. Weitere Herpestypen verursachen Gürtelrose oder Windpocken, sowie das schon erwähnte Pfeiffersche Drüsenfieber.

Wie verläuft ein Herpesausbruch:

Bei Reaktivierung des Herpesvirus läuft immer dasselbe ab. Das Virus wird aktiv und kopiert sich milliardenfach in menschliche Zellen. HSV 1 zeigt sich dann an den Lippen und in deren unmittelbarer Umgebung. HSV 2 ruft Genitalherpes hervor, der sich mit brennendem Ausschlag im Genitalbereich äußert.

Immer sind die betroffenen Stellen hochansteckend. Die Fieberbläschen beim Lippenherpes etwa sind voller Sekret, in dem unzählige Viren leben. Deshalb sollte auf keinen Fall daran gekratzt werden. Nach ein paar Tagen platzen die Bläschen von selbst auf und trocknen aus. Zuletzt heilt die Haut komplett ab. Der gesamte Vorgang kann bis zu zwei Wochen dauern.

Kann CBD Herpes direkt bekämpfen?

Eines vorweg: Es gibt keinen Nachweis dafür, dass Cannabidiol Herpes direkt bekämpft. Zwar wird es oft pauschal als antiviral bezeichnet. Das stimmt auch, basiert aber auf wenigen Studien, die sich außerdem auf wenige Virenarten beschränken. Herpes gehört nicht dazu! Deshalb sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen, denn die Studienlage ist einfach zu dünn und Erkenntnisse lassen sich nicht auf sämtliche Virenarten übertragen. Beispiele zu bisher erforschten Virenarten und CBD finden sich im Anhang (1+2).

So kann CBD den Herpes beeinflussen

Herkömmliche Herpesmedikamente wirken vor allem auf zwei Arten. Sie sind antiviral und hemmen Entzündungen. Dadurch sorgen sie für eine Schmerzlinderung, aber auch für die Bekämpfung des Herpesausbruchs selbst. CBD agiert ähnlich. Vor allem die entzündungshemmenden Eigenschaften von Cannabidiol helfen, Herpes in den Griff zu bekommen.

Betrachten wir die Risikofaktoren für einen Herpesausbruch, dann wird klar, dass CBD eine große Hilfe sein kann: akut wie auch vorbeugend.

Die häufigsten Risikofaktoren für Herpesausbrüche:

  • Umwelteinflüsse: vermehrte UV-Strahlung
  • Körperchemie verändert: hormonelle Schwankungen
  • Stress, psychische Belastungen
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Immunschwäche: sowohl chronisch etwa bei HIV, wie auch saisonal bei Erkältung

CBD gegen Herpes – das weiß die Forschung bisher

CBD kann gegen mehrere dieser Risikofaktoren aktiv werden, was auch wissenschaftlich belegt ist. Interessanter Fakt: Die Hanfpflanze als Ganzes scheint aktiv gegen Herpes zu sein.

Hanf enthält neben CBD noch ein weiteres wichtiges Cannabinoid: THC. Dabei handelt es sich um den ersten bekannten Hanfwirkstoff überhaupt, weshalb er auch wesentlich besser erforscht ist. Zu THC und Herpes gibt es mindestens drei wichtige Studien, welche eine Wirksamkeit nahelegen (Quellen 3-5).

Leider ist THC oft anders wirksam als CBD. Dennoch zeigen aktuelle Studien zu CBD, wie auch dieser Hanfwirkstoff Herpes bekämpfen kann.

Studien zur Wirkung von CBD (Auswahl)

 

  • Entzündungen bekämpfen (6)
  • Immunsystem stärken (7)
  • Stress reduzieren, Entspannung fördern (8)
  • dermatologisch aktiv (gut bei Hautproblemen, beschleunigt die Wundheilung) (9)

Dabei geht es um die Reaktion des Immunsystems auf den Angriff der Viren. Selbst wenn es geschwächt sein mag, wird es auf diesen Angriff reagieren und versuchen, die Haut zu heilen. Das nennt sich Immunantwort. Teil dieser Immunantwort ist die Entzündung.

Damit ist die Entzündung zwar wichtig für das Gesunden des Körpers. Sie lässt sich aber räumlich und zeitlich begrenzen: Mit CBD können beschädigte Zellen sich schneller regenerieren. Beschädigte Zellen sind bei Lippenherpes zum Beispiel die Gewebe um die Bläschen. Ein Herpesausbruch kann also weniger heftig und weniger lange dauern als ohne den Einsatz von CBD.

1) Reduzierung von Stress

Niemand lebt ganz frei von Stress. Deshalb ist dies einer der häufigsten Risikofaktoren für einen Herpesausbruch. CBD hingegen wirkt entspannend, wenn es vorbeugend und über einen längeren Zeitraum eingenommen wird.

Manche Anwender berichten sogar von akuter Entspannung nach Einnahme von CBD. Für die Bekämpfung von Herpes eignet sich dies allerdings weniger. Wie bei jeder Virenerkrankung liegt auch hier zwischen Ausbruch und Symptom die Inkubationszeit. Sie beträgt ein bis drei Tage. Spürt man also den Ausbruch nahen oder bemerkt gar schon die ersten Anzeichen, ist es zu spät.

Deshalb empfiehlt sich eine vorbeugende Einnahme von CBD gegen Herpes. Wirkt es wie gewünscht, sollte sich der Stress deutlich verringern und auch weniger Herpes auftreten. Aktive Entspannung hilft zudem unserem Immunsystem, wo CBD noch viel mehr bewirken kann.

2) Immunsystem unterstützen

Es gibt mehrere Wege, wie CBD das Immunsystem unterstützen kann. So deuten Studien auf eine anti-entzündliche Reaktion hin, die durch CBD gefördert wird. Damit könnte CBD nicht nur zur Zellregeneration beitragen. Es könnte auch generell das Immunsystem unterstützen und so vor einem Herpesausbruch schützen.

Jeder Mensch besitzt ein System körpereigener Hanfwirkstoffe, das sogenannte Endocannabinoidsystem (ECS). Mit seiner Entdeckung wurde klar, weshalb wir Menschen so gut auf von außen zugeführte Hanfwirkstoffe reagieren. Interessant ist das ECS aber noch aus einem anderen Grund: Es ist eine Art Regler für diverse wichtige körpereigene Vorgänge. Das Immunsystem zählt dazu. Läuft hier etwas schief, ist das ECS bestrebt, dies nachträglich ausgleichen. CBD beeinflusst nachweislich das ECS und verhilft ihm zu besserer Funktion. Dadurch kann eine regelmäßige Anwendung das Immunsystem stärken.

3) Direkte Anwendung akut

Wer je Lippenherpes hatte, kennt sicher die Salben aus der Apotheke. Sie werden direkt auf die betroffenen Stellen gegeben. Dort sollen sie den Ausbruch eindämmen und dadurch verkürzen. Allerdings haben sie auch Nachteile.

Voraussetzung für eine gute Wirkung ist, dass sie rechtzeitig angewandt werden. Das schafft kaum ein Anwender, denn dann müsste er bei jedem Spannen oder Jucken im Mundwinkel die Salbe auftragen. Zudem treten häufig Nebenwirkungen auf. Hautausschlag, Durchfall, Erbrechen und Kopfschmerzen begleiten zum Beispiel häufig den Wirkstoff Aciclovir (10).

Anders CBD: Es ist wesentlich ärmer an Nebenwirkungen. Es kann zudem ebenfalls die Hautheilung unterstützen, weshalb es als gute Alternative für eine herkömmliche Anti-Herpes-Salbe gilt.

Gibt es Erfahrungsberichte zu CBD bei Herpes?

Ja. Verschiedene Erfahrungsberichte online deuten darauf hin, dass ein direkter Auftrag die Symptome deutlich linderte, selbst wenn er erst nach Auftreten der Bläschen erfolgte. Lippenbläschen können laut den Erfahrungen schneller abheilen. Manchmal bleiben sie mit regelmäßigem Auftrag von CBD Öl auch kleiner, als sie normalerweise werden.

Was eignet sich besser gegen Herpes: CBD Öl oder Salbe?

Sowohl Salbe wie auch CBD Öl enthalten CBD. Die Salbe enthält im allgemeinen CBD weniger konzentriert, weil in ihr noch andere Stoffe verarbeitet sind. Ihre Wirkung ist dadurch auch schwächer als die eines Öls. Zum direkten Auftrag eignet sich demnach CBD Öl besser.

CBD bei Herpes: Tipps zur praktischen Anwendung
  • Dosierung
    Es gibt wenig Berichte zur Dosierung, weshalb hier keine Empfehlung gegeben werden kann. Anwender berichten aber, dass sie mit ein bis zwei Tropfen zweimal täglich gute Erfahrungen machten. Dies ist natürlich immer abhängig von der Konzentration des CBD-Öls.
  • Hygiene beachten!
    Nie mit den Fingern Lippenbläschen direkt berühren. Auftrag von CBD Öl oder Salben erfolgt stets mit Wattestäbchen. Andernfalls droht eine Weitergabe der gefährlichen Viren durch Schmierinfektion.
  • CBD-Öl direkt auf das Wattestäbchen tropfen.
    Wem das zu unsicher ist, der tropft das Öl zunächst auf einen Teelöffel, ein Schälchen oder eine Untertasse. Von dort das Öl mit dem Wattestäbchen aufnehmen. Nie das Wattestäbchen in das CBD-Fläschchen tauchen – Gefahr der Verunreinigung!
  • Benutzte Wattestäbchen sofort entsorgen!
    Nie ein Wattestäbchen zweimal nutzen. Beim sicheren Entsorgen auch an Kinder und Haustiere denken.
  • Bei länger dauerndem Herpes zum Arzt!
    Normale Dauer eines Ausbruchs sind zehn Tage bis zwei Wochen. Wer danach keine Linderung verspürt, sollte einen Arzt hinzuziehen.

 

Fazit: So kann CBD gegen Herpes helfen

Trotz antiviraler Wirkung kann CBD Herpes nicht heilen. Wer den Virus einmal hat, der muss stets mit einem Ausbruch rechnen. Diese hochgradig ansteckenden Viren nutzen jede Gelegenheit, sich zu vermehren. Gelegenheit gibt es genug: Stress und andere Faktoren sorgen für eine Schwäche des Immunsystems, was wiederum das Virus ausnutzt. Obwohl sich dergleichen im modernen Alltag kaum vermeiden lässt, muss man sich aber trotzdem nicht mit Herpes abfinden. CBD kann helfen, wie auch Erfahrungsberichte zeigen: durch seine Wirkung auf das Immunsystem, durch Entspannung und Reduzierung von Stress. Hier wirkt es vor allem vorbeugend. Akut kann es jedoch auch zur Schadensbegrenzung beitragen. Mit direktem Auftrag von CBD Öl auf Lippenbläschen lassen sich die Symptome deutlich lindern. CBD Öl ist dabei immer einer CBD Salbe vorzuziehen.

1) Theiler’s murine encephalomyelitis virus: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31440724
2) Hepatitis C: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28250664
3) THC bei Herpes 1980 https://www.microbiologyresearch.org/content/journal/jgv/10.1099/0022-1317-49-2-427#tab2
4) THC bei Herpes 1991: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Suppressive+Effect+of+%CE%B4-9-Tetrahydrocannabinol+on+Herpes+Simplex+Virus+Infectivity+In+Vitro
5) THC bei Herpes 2004: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC521080/
6) Anti-entzündliche Wirkung CBD: im Überblick bei Zuardi 2008 http://www.scielo.br/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S1516-44462008000300015&lng=en&tlng=en
7) Cannabinoidsystem und Immunsystem: Klein et al., 2003. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12960289?dopt=Abstract
8) CBD lindert Ängste und verringert Stress: Robert Musty: Cannabinoids and Anxiety, 2005. https://www.researchgate.net/publication/226969875_Cannabinoids_and_anxiety/link/00b49519f9473da2d5000000/download
9) CBD bei Hautkrankheiten: Franjo Grotenhermen: CBD – ein Cannabinoid mit Potenzial. Nachtschatten, 2017, S. 62 f.
10) https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Aciclovir_231

 

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