Morbus Crohn, eine schwere Autoimmunerkrankung des Verdauungstrakts mit bislang unzureichend erforschten Ursachen, kann Menschen im wahrsten Sinne des Wortes das Leben zur Hölle machen. Während in den letzten Jahren das Bewusstsein für die zentrale Rolle des Darms sowohl in Hinblick auf das physische als auch auf das mentale Wohlbefinden enorm gestiegen ist, wissen wir leider immer noch viel zu wenig über Morbus Crohn. Was wir hingegen sehr gut wissen ist, dass diese Krankheit sämtliche Lebensbereiche der Betroffenen negativ beeinflussen und das Risiko für Darmkrebs und mitunter tödliche Darminfektionen drastisch erhöhen kann.

 

Da Mediziner die Frage nach den Ursachen der Erkrankung bislang nicht zweifelsfrei klären konnten, ist jede Form der Behandlung zwangsläufig lediglich Symptombekämpfung und Eindämmung der Entzündung. Oftmals sind neben der medikamentösen Behandlung mit entzündungshemmenden Mitteln und Antibiotika auch chirurgische Eingriffe unausweichlich, wenn etwa im Darm aufgrund der Entzündung und Vernarbung des Gewebes Fisteln, Abszesse oder andere Anomalien entstehen. Darüber hinaus versuchen Mediziner auch, die Dauer der sogenannten Remission, der (relativ) ‚ruhigen‘ Periode zwischen den Schüben, mit Medikamenten zu verlängern.

CBD bei Morbus Crohn und Darmbeschwerden

Auch CBD Produkte können bei Morbus Crohn eine gewisse Linderung verschaffen

Bei einer derart schwerwiegenden Erkrankung ist es daher nicht verwunderlich, wenn pflanzliche Mittel eher mit Skepsis betrachtet werden. Eines ist ohne jeden Zweifel klar: Pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel können die medizinische Behandlung unter keinen Umständen ersetzen. Morbus Crohn sollte auf keinen Fall unbehandelt bleiben, die fachmedizinische Betreuung ist absolut unerlässlich. Jedoch kann CBD (Cannabidiol), ein Extrakt aus dem Nutzhanf, für Menschen, die unter Morbus Crohn leiden, eine wertvolle Ergänzung sein, die das schulmedizinische Repertoire nicht ersetzt, sondern vielmehr bereichert. Warum das so ist und was die Forschung dazu sagt, ist Gegenstand dieses Artikels.

Cannabisöl bei entzündlichen Erkrankungen: Ein Überblick

Die Frage, inwieweit CBD bei entzündlichen Erkrankungen helfen kann, wird schon seit Jahren in der Forschung diskutiert. Zahlreiche Studien[1]legen nahe, dass das endocannabinoide System des menschlichen Körpers maßgeblich an der Regulierung und Einhegung von Entzündungsprozessen beteiligt ist. Doch wie steht es mit Morbus Crohn und anderen entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm Trakts? Kann CBD bei Morbus Crohn wirklich Abhilfe schaffen?

Eine Reihe von jüngeren wissenschaftlichen Studien legt nahe, dass Cannabisöl auf jeden Fall eine Reihe von ernstzunehmenden positiven Auswirkungen auf Entzündungen im ganzen Körper hat – das Verdauungssystem ist hier eingeschlossen.[2]Eine Studie zu CBD und Morbus Crohn, die 2017 publiziert wurde stellte fest, dass CBD bei entzündlichen Darmerkrankungen außergewöhnlich risikoarm, jedoch nicht wirkungsvoll sei.[3]Dieser Befund wird jedoch durch eine aktuellere Studie (2018) aus Israel in Frage gestellt, bei der Versuchsteilnehmern mit Colitis ulcerosa (ebenfalls eine entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn)  entweder ein CBD-haltiges Extrakt oder ein Placebo verabreicht wurde. In der Placebo-Gruppe wurden deutlich stärkere Entzündungswerte festgestellt, was nahelegt, dass CBD gegen Morbus Crohn durchaus hilfreich sein kann.[4]In der Gruppe, der das CBD-Präparat verabreicht wurde, wurde hingegen bei 65% der Probanden ein Nachlassen der Symptome (die anfangs erwähnte sogenannte Remission) festgestellt.  Für Crohn-Patienten kann sich der Selbstversuch also lohnen, zumal CBD-Öl in handelsüblichen Dosierungen von 5-10mg pro Dosis ungefährlich ist und nicht zu körperlicher oder psychischer Abhängigkeit führt.

Natürlich ist Cannabidiol kein Allheilmittel, genauso wenig wie andere Nahrungsergänzungen. Der Forschung nach zu urteilen kann es jedoch ein sinnvoller Baustein in einem ganzheitlich ausgerichteten Programm sein, das auf einer Kombination von Schulmedizin, Supplementen und veränderten Lebens- und Essgewohnheiten basiert. Denn Tatsache ist: Die Einnahme von Hanföl lässt sich mühelos in den Alltag integrieren, und der Wirkstoff verträgt sich problemlos mit bewährten Medikamenten. Doch worauf müssen Crohn-Patienten achten, wenn sie Produkte auf CBD-Basis erwerben? Und wie ist bei der Dosierung vorzugehen? Im Folgenden geben wir Anregungen dazu, wie CBD-Öl bei Morbus Crohn eingesetzt werden kann.

CBD und Morbus Crohn: Die richtige Dosis finden

CBD Morbus Crohn & Darm BeschwerdenDa CBD ein Naturprodukt ist und seine genaue Wirkungsweise noch unzureichend erforscht ist, sind präzise Dosierungsempfehlungen bestenfalls arbiträr und schlimmstenfalls pseudowissenschaftlich. Denn wir können zwar mittlerweile auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse sagen, dass CBD Öl, bzw CBD-Kapseln gegen Morbus Crohn hilfreich sein kann. Jedoch besteht bislang keine Einigkeit darüber, wie genau der Wirkstoff Cannabidiol diese Linderung herbeiführt. Sicher ist aber, dass CBD arm an Nebenwirkungen ist – wissenschaftliche Arbeiten erwähnen keine Nebeneffekte, die über verhältnismäßig harmlose Symptome, wie etwa Schwindel oder Benommenheit, hinausgehen. Verglichen mit den potenziellen Nebenwirkungen zahlreicher anderer Wirkstoffe, die tagtäglich gegen Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden, sind diese Nebenwirkungen also quasi zu vernachlässigen. Dennoch gilt: Sollten Sie nach der Einnahme von CBD-Öl jemals Nebenwirkungen spüren, stoppen Sie sofort die Einnahme und suchen Sie einen Arzt auf, falls die Symptome anhalten sollten. Das Feedback des eigenen Körpers sollte nie ignoriert werden!

Übliche Dosierungen von CBD-Öl bewegen sich im Bereich von 5-10mg, und es können eine bis mehrere Dosen über den Tag verteilt eingenommen werden. Da CBD bei einigen wenigen Menschen die Verdauung beeinflussen kann, sollten gerade Patienten mit Krankheiten wie Morbus Crohn anfangs behutsam vorgehen und die CBD-Dosierung nur langsam steigern. Weniger ist in der Regel mehr, und es gibt keinen überzeugenden Grund, umgehend mit sogenannten Megadosen anzufangen. Erfahrungsberichte von Menschen aus aller Welt zeigen, dass CBD von Menschen in unterschiedlichen Dosierungen gewinnbringend eingesetzt werden kann. Anstatt hier also pauschale Empfehlungen auszusprechen, raten wir Ihnen stattdessen, Ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Wunder sollten Sie freilich nicht erwarten, denn Cannabidiol ist dafür bekannt, eher sanft und ‚im Hintergrund‘ zu wirken. Dies erklärt jedoch auch, wieso CBD so wenige Nebenwirkungen mit sich bringt. Es harmonisiert entzündliche Prozesse im gesamten Körper und wirkt daher nur bedingt für akute Notfälle.

Wenn Sie CBD testen möchten, bieten Marken wie Nordic-Oil wirksame und beliebte Produkte, die gemäß der Erfahrung zahlreicher deutscher Nutzer gut wirken. Allgemein sollten Sie hier auf bekannte Marken setzen, denn der Markt für CBD-Öl in Deutschland ist bislang kaum reguliert, da sich Cannabidiol momentan noch in einer rechtlichen Grauzone bewegt. CBD ist nicht verboten, aber bisher noch nicht offiziell als Nahrungsergänzungsmittel anerkannt. Daher ist nicht alles, was auf dem Markt angeboten wird, von überzeugender Qualität. Sparen Sie bei CBD nicht am Geld, sondern betrachten Sie es als eine Investition in Ihre Lebensqualität.

Realistische Erwartungen

Eine signifikante Verbesserung ihrer Symptome können Crohn-Patienten nur dann erzielen, wenn die Behandlung optimal auf ihre Situation abgestimmt ist. Eine einzelne Nahrungsergänzung kann hier keine Wunder wirken. Doch wie wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre wiederholt gezeigt haben, hat Cannabisöl bei der Behandlung von Entzündungserkrankungen großes Potenzial. Dieses Potenzial nicht zu erkennen und zu nutzen wäre schlichtweg schade. Für Menschen, die an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden, dürfte jede nebenwirkungsarme Ergänzung zum schulmedizinischen Standardprogramm willkommen sein. Das Potenzial für unerwünschte Nebeneffekte ist bei CBD gering, die Aussicht auf positive Auswirkungen für den gesamten Körper hingegen groß. In Anbetracht der bisher lückenhaften wissenschaftlichen Lage können wir daher also nur eines sagen: CBD-Öl gegen Morbus Crohn einzusetzen ist äußerst sicher, und der Wirkstoff verspricht zusätzliche Linderung bei zahlreichen Symptomen. Es ist empfehlenswert, CBD mindestens für einen Monat einzunehmen, um feststellen zu können, ob der Körper auf Cannabidiol anspricht oder nicht. Mit Blick auf die aktuellste Studie aus Israel, bei der mehr als die Hälfte der Versuchsteilnehmer, die  CBD verabreicht bekamen, deutliche Verbesserungen ihres Gesundheitszustandes erlebten, ist ein Selbstversuch definitiv keine schlechte Idee.

 

[1]Siehe etwa folgende Meta-Studie:

  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=The%20endocannabinoid%20system%3A%20an%20emerging%20key%20player%20in%20inflammation

[2]Siehe

  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22815234;
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24356243;
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22163000;
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20117132

[3]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28349233

[4]https://academic.oup.com/ibdjournal/article-abstract/24/4/714/4925788

 

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