CBD Öl ist nicht gerade preiswert. Abhängig von Qualität und Konzentration kann schon ein kleines Fläschchen ne nach Stärke und Inhalt über hundert Euro kosten. Und das zahlt man nicht nur einmal, sondern alle paar Wochen oder Monate neu. Immer mehr Menschen versuchen deshalb, sich CBD Öl auf Rezept verschreiben zu lassen. Der Vorteil: Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Aber geht das überhaupt? Fällt auch CBD Öl unter die seit 2017 geltende Neuregelung zum Umgang mit medizinischem Cannabis? Dazu kursieren so viele unterschiedliche Gerüchte, dass wir uns einmal umfassend mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Deshalb können wir an dieser Stelle endlich für Klarheit sorgen!

CBD auf Rezept

Bekommt man CBD Öl auf Rezept? Wir sagen es euch!

 

👩‍⚕️CBD auf Rezept? Kommt drauf an!

Reden wir von “CBD auf Rezept”, muss stets klar sein, welches CBD gemeint ist. Natürlich ist die Abkürzung immer dieselbe und steht auch für dasselbe, nämlich den Hanfwirkstoff Cannabidiol. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Nicht nur gibt es die unterschiedlichsten Produkte mit CBD. Davon unabhängig gibt es vor allem auch eine klare Trennung in Arzneimittel auf der einen Seite und Nahrungsergänzung / Kosmetika auf der anderen.

Das mag pedantisch erscheinen, ist aber zum Verständnis des Themas unerlässlich. Denn diese Trennung bedingt einen vollkommen unterschiedlichen Umgang mit ein und demselben Stoff: CBD. Das hängt mit dem geltenden Recht zusammen.

🌿CBD als Arzneimittel

Ein erst vor kurzem in der EU eingeführtes Arzneimittel ist Epidiolex. Es enthält CBD Isolat und wird in hohen Dosen verabreicht. Seine Wirkung wurde in Studien untersucht und nachgewiesen. Hinter dem Medikament steckt der große Pharmakonzern GW Pharmaceuticals. Epidiolex kann bei bestimmten Formen von Epilepsie eingesetzt werden, vorwiegend bei Kindern. Dies ist ein Beispiel für ein Arzneimittel mit CBD.

Das alles sind Punkte, welche ein frei verkäufliches CBD Öl von einem Medikament unterscheiden. Manche davon sind mehr, manche weniger wichtig. Am wichtigsten ist wohl dieser Punkt: ➡️ Jedes Arzneimittel braucht eine Zulassung. Ohne eine Zulassung darf es nicht in Verkehr gebracht werden.1)

Und es ist verschreibungspflichtig. Nun wird auch verständlicher, was Epidiolex vom CBD Öl unterscheidet: Während Letzteres frei im Handel erhältlich ist, bekommt man Epidiolex ausschließlich auf Rezept. Das heißt, es muss ein Arzt verschreiben. Dieser muss also von der medizinischen Wirkung überzeugt sein.

CBD als Arzneimittel / CBD Öl – der Unterschied im Überblick:

 

  • Arzneimittel: seit 2016 als Arzneimittel zugelassen – sehr hoch dosiert – CBD Isolat – medizinische Wirksamkeit für bestimmte Krankheiten offiziell bestätigt
  • CBD Öl: keine Zulassung als Arzneimittel – geringer dosiert – CBD im Isolat oder im Vollspektrum – medizinische Wirksamkeit für keine Krankheit anerkannt

Fällt CBD Öl unter das neue Cannabisgesetz von 2017?

Natürlich ist CBD Öl auch ein Cannabisprodukt. Deshalb könnte man argumentieren, dass es unter das neue Cannabisgesetz von 2017 fallen muss. Dies erlaubt ja eine freiere Verschreibung von Cannabisprodukten, die zum Beispiel auch THC enthalten. Viele Menschen versuchen das auch und möchten sich vom Arzt CBD Tropfen auf Rezept verschreiben lassen.

CBD muss vom Arzt verschrieben werden

Doch immer wieder scheitern sie, und zwar zwangsläufig. Den Grund haben wir schon genannt: CBD Öl ist kein Arzneimittel. Es gilt vielmehr als Nahrungsergänzung. Manch ein Hersteller meidet sogar die Deklaration als Lebensmittel. Dann etikettiert er es als Aroma-Öl, um nicht mit der Novel-Food-Verordnung der EU in Konflikt zu kommen. Wer sich schon mal über die Empfehlung gewundert hat, man solle ein solches CBD Öl auf das Kopfkissen träufeln: Hier geht es um rechtliche Unklarheiten, wie solch ein Nahrungsergänzungsmittel einzuordnen ist.

Klar wird an der Stelle aber auch: Keinesfalls kann CBD Öl dann noch als Arzneimittel eingeordnet werden! Es ist und bleibt Lebensmittel oder Kosmetikprodukt. Und zwar auch in Form von CBD Kapseln oder CBD Salbe!

Hintergrund “Cannabisgesetz”

Richtig heißt es “Cannabis als Medizin“. Es wurde im Jahr 2017 eingeführt, um Schwerkranken den Umgang mit Cannabis als Arznei zu erleichtern. Hier ging es in erster Linie jedoch um THC, das ist der psychoaktive Bestandteil des Hanfs. Dabei handelt es sich immer noch um ein Betäubungsmittel. Wichtig ist zudem, dass es erst dann verschrieben wird, wenn der Patient “austherapiert” ist. Wenn also nichts anderes mehr hilft, kann der Arzt auch Medikamente mit THC verschreiben.

Aber auch die offiziell verbotenen CBD Blüten können sich Patienten verschreiben lassen. Dabei handelt es sich sozusagen um CBD im Rohzustand: Blüten von Hanfsorten, die besonders viel CBD enthalten. Während man sich strafbar macht, wenn man sie ohne Rezept irgendwo kauft, kann man sie mit Rezept legal konsumieren.

Da scheint es doch ungerecht, dass es nicht auch CBD Öl per Rezept von den Krankenkassen gibt!

Das mag so erscheinen, doch die Gesetzeslage ist nun einmal so. Betrachten wir es einmal von der anderen Seite, wird das auch verständlich. Die zahlreichen Vorgaben dienen dem Patientenschutz! Und viele CBD Öle bringen zwar ein Analysezertifikat mit. Doch immer wieder gibt es auch schwarze Schafe, die es mit den Inhaltsstoffen nicht so genau nehmen.

So werden bei stichprobenartigen Untersuchungen im Labor noch viel zu oft CBD Produkte entdeckt, welche gesetzlichen Anforderungen nicht genügen. Häufig ist es das alte Problem mit zu viel THC: Wird die Obergrenze von 0,2 % überschritten, fällt das ganze Produkt unter das Betäubungsmittelgesetz und ist illegal! 2)

CBD-Öl ist nicht gleich CBD-Öl

Was sollte ein Arzt da verschreiben? Welches der zahllosen Produkte am Markt sollte er auf Rezept dem Patienten zumuten? Zumal es bekannt ist, dass gerade CBD Öl bei jedem Menschen individuell wirkt. Das liegt am Entourage-Effekt ebenso wie an der unterschiedlichen Zusammensetzung von Öl zu Öl. Der Gehalt und das Cannabinoidprofil schwankt ja selbst beim selben Hersteller von Ernte zu Ernte!

CBD Öl auf Rezept in der Apotheke?

CBD Öl kann man zwar auch in der Apotheke kaufen. Aber auf Rezept ist es dort nicht erhältlich, selbst wenn dies verschiedentlich online berichtet wird. Vielmehr beruhen die Berichte auf einem Missverständnis: Es gibt nämlich etwas, das sich “ölige Cannabidiol-Lösung” nennt. Die Apotheke stellt dies dann selbst her.

Allerdings nimmt sie dazu kein normales CBD Öl, weil das wie beschrieben unpraktisch wäre: Viel zu ungenau sind die enthaltenen Inhaltsstoffe, viel zu breit gefächert eine mögliche Wirkung, von unklarer Dosierung ganz zu schweigen. Deshalb liefert ein pharmazeutischer Hersteller eine Grundsubstanz, mit welcher die Apotheke dann eine ölige Lösung in exaktem Verhältnis anmischen kann 3).

 

Das übernimmt die KrankenkasseDas übernimmt die Krankenkasse nicht:

  • pharmazeutisch hergestellte Arzneien mit CBD (verschreibungspflichtig)
  • CBD Blüten auf Rezept (verschreibungspflichtig)

  • CBD Öl (nicht verschreibungspflichtig – also frei verkäufliche CBD Produkte über Shops oder Apotheke)

Welche Krankenkassen verschreiben CBD?

In Österreich stellt sich die Lage übrigens ähnlich dar: Auch hier kann CBD als Arznei auf Rezept verschrieben werden, nicht jedoch CBD Öl. Mit einem Unterschied: In Österreich bleiben auch CBD Blüten nicht verschreibungsfähig, CBD wird hier also in noch engerem Rahmen legal vertrieben. Nur synthetische Cannabinoide dürfen per Rezept verordnet werden. 4)

Die Schweiz hingegen gehört nicht zur EU. Sie hat deshalb ein paar andere Regeln, was CBD Blüten, CBD auf Rezept und den erlaubten THC-Anteil betrifft. Eine gute Übersicht dazu findet sich beim Schweizer Medical Cannabis Verein 5).

🤔Wer bekommt überhaupt CBD auf Rezept?

Sprechen wir von CBD als Arznei, dann gehen Ärzte wie bei jeder Krankheit vor: Sie stellen eine Diagnose und verschreiben nach bestem Wissen und Gewissen das passende Medikament. Im Fall von Epidiolex handelt es sich etwa um bestimmte Formen der Epilepsie, zum Beispiel das Dravet-Syndrom.

Es ist also zurzeit ein eher kleines Einsatzgebiet, bei welchem CBD bereits anerkannter Wirkstoff ist. Geht man nur von der Wirkung aus, so könnte CBD gewiss noch viel breiter eingesetzt werden. Dies sind Beispiele für Krankheiten, bei denen Cannabidiol eine Linderung der Symptome bewirken könnte:

  • Suchtverhalten
  • Depressionen
  • PTSB

 

Auch hier gilt aber, dass ein Arneimittel erst in Studien eine Wirksamkeit nachweisen muss. Solange dies nicht klar der Fall ist, wird CBD Öl auf Rezept Zukunftsmusik bleiben. Das gilt unabhängig von der Konzentration, also für 5 % CBD Öl ebenso wie für 10 % CBD Öl und höher dosiertes Öl.

Probleme bei der Verschreibung von CBD

Nach Patientenberichten ist es zudem nicht so einfach, selbst mit dem neuen Cannabisgesetz an Cannabisprodukte heranzukommen. Vonseiten des verschreibenden Arztes braucht es hierbei viel Fachkenntnis. Sie fehlt leider häufig, weil der Umgang mit Hanf als Medizin lange von Vorurteilen geprägt war. Auch hohe bürokratische Hürden erschweren eine Verschreibung von cannabishaltigen Arzneimitteln.

Ein paar Krankenkassen versuchen auch, die Kostenübernahme zu verweigern. Wir wollen hier keine Namen nennen, entsprechende Erfahrungen finden sich jedoch im Internet.

Selbst wenn also CBD Öl als Arzneimittel gelten würde, wäre es vermutlich nicht so einfach, an ein Rezept zu kommen. Und dann ist da noch die Sache mit der Auslieferung.

Wo erhält man CBD auf Rezept?

Hier hat die Apotheke eine Schlüsselrolle. Sie führt oft auch ganz normales CBD Öl. Dabei bleibt es aber dem Apotheker überlassen, welche Marke er anbietet. Häufig kommt es hier auch zu kräftigen Preisaufschlägen, während CBD Öl im Internet günstiger ist.

Wird CBD aber als Arznei verschrieben, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Dann muss höchstens eine Zuzahlung geleistet werden, welche sich aber im Rahmen hält. Das ist auch wichtig, weil sich nur wenige Menschen die hohen Kosten leisten könnten, die bei einer herkömmlichen Therapie anfallen: So kosten drei Fläschchen mit je 10 ml Sativex, das ist ein Spray mit dem Verhältnis THC:CBD = 1:1, bereits über dreihundert Euro! 6)

Fazit: CBD Topfen auf Rezept – gibt es leider noch nicht!

Was zunächst ungerecht erscheint, bekommt bei näherer Betrachtung einen tieferen Sinn: Der Gesetzgeber versucht, mit strengen Regeln Patienten zu schützen. Das gelingt nur, wenn Produkte mit unklarer Wirkung oder Zusammensetzung nicht als Arzneimittel zugelassen werden. Das gilt auch für CBD Öl, denn hier sind gleich mehrere Dinge problematisch.

Zum einen schwanken diese Öle in der Qualität. Zum anderen ist ihre Zusammensetzung selbst beim besten Willen nie hundert Prozent identisch. Dies macht Forschung daran so schwer – und erschwert gleichzeitig eine Zulassung als Arznei. Die aber braucht es, wenn CBD auf Rezept verschrieben werden soll. Bisher ist darum kein CBD Öl auf Rezept zu bekommen. Andere Medikamente mit reinem CBD gibt es aber schon, besonders bekannt ist Epidiolex von GW Pharmaceutcals. Dass es CBD Öl nicht auf Rezept gibt, heißt also keinesfalls, dass es nutzlos ist! So bleibt vorerst nichts anderes übrig als seine CBD-Produkte weiterhin in der Apotheke oder im Onlineshop zu beziehen! Hier findet ihr findet ihr unsere CBD Öl Kaufberatung.

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